Liebe Leute, es gibt fantastische Neuigkeiten: Ramin Bijan, Gunther Osburg und Maurice Summen haben nach Die Türen und Der Mann eine dritte Band gegründet. Die neue Band heißt Investment und wird am 02.10.2026 ihr Debütalbum Wieder nur Lieder herausbringen.
Zum Album produzieren die drei den Podcast Investment – der interrationale Frühschoppen.
Zu jedem Song des Albums wird es eine Folge geben. Ob das am Ende der Podcast zum Album oder das Album zum Podcast sein wird, ist gewissermaßen Jacke wie Hose. Jedenfalls hat nun jeder der drei eine eigene Band. Wer am Ende welche Band ist, soll demnächst bei einem gemeinsamen Ayahuasca-Retreat herausgefunden werden.
Kann denn Liebe Indie sein?
Hätte uns vor 20 Jahren jemand erzählt, dass wir einmal ein Album von Die Regierung herausbringen würden, wir hätten es für einen schönen Witz gehalten.
Aber wie sagte erst gestern noch Gunther Osburg zum Schreiber dieser Zeilen:
„Du musst mal raus aus Deinem linearen Mindset“.
Denn heute erscheint das bereits fünfte Album von Die Regierung in nur neun Jahren auf staatsakt. Immer Unbekannt knüpft nahtlos an die Vorgänger-LP Nur an, nur dass die neue Produktion noch viel mehr nach D.I.Y. im Sinne von sagen wir Guided-By-Voices-Platten klingt.
Weihnachten für Deutschland
Und da sind wir auch schon wieder: Im letzten Newsletter des Jahres!
Nicht das der grundsätzliche Vibe hier gerade groß anders wäre, als bei dem vorausgegangenen und vermutlich auch nicht beim kommenden Newsletter, aber der allgemeine Jahresrückblicks-Geist, gepaart mit einer Freude auf die kommenden Weihnachtstage und die Tage zwischen den Jahren, ist durchaus vorhanden. Die einzige Zeit im Jahr, in der Amtsstuben, Geschäftspartner:innen und die Familie sich darauf einigen können, sich gemeinsam etwas Ruhe zu gönnen.
Natürlich ist so eine Zeit mehr als ungünstig für die vorgezogene Bundestagswahl.
Immerhin fällt der Wahlsonntag nicht auf den Karnevalssonntag.
It’s ok, weil is ok
Habt Ihr schon mal was von C.G.-Jung’scher Synchronizität gehört? Von Alpha und Omega?
Von Ying und Yang? Von Nazis und Neonazis? Vom Karma und von Karma Karma?
Vom Club der Pop-Deterministen, die immer alles auf Dylan oder die Beatles zurückführen müssen? Oder auf Blues oder Bach?
Gut. Dann wollen wir Euch nach diesem kleinem random Intro erstmal herzlich willkommen heissen in unserer neuen Ok-Masterclass!
Die letzte Mail vor den Landtagswahlen der Anderen
Zurück aus der Sommerfrische und gleich wieder aufpassen, dass man nicht in irgendeine braune Scheiße auf seinem Gehweg tritt. Dabei fühlte sich letzte Woche alles noch so super entspannt an.
Naja, Urlaub halt. Das befristete Fürstentum der kleinen Leute.
Na, gleich mal ein paar windschiefe Werbe-Metaphern raushauen. Wir wollen hier schließlich etwas verkaufen!
„Ereignisse haben manchmal Unrecht, die Zeitungen haben es nie“, dieses Zitat stammt natürlich von Kurt Tucholsky und damit hat er offenbar 1928 schon weitaus mehr über Fake News und seine Gefahren gewusst, als die meisten Menschen heute.
Sommerloch
Das gute alte Sommerloch gibt es doch gar nicht mehr. Wer sich als Gesellschaft so ein Sommerloch leisten will, der muss halt in den restlichen Monaten schauen, das das Bruttosozialprodukt und die entsprechende Gewinne in den Unternehmen, also gemessen am Wohlstandslevel auch stimmen. Aber da die leistungsstarken Boomer jetzt in endgültig in Rente gehen, die GenX sich hoffnungslos überfordert zeigt, was die Führung des Mainstreams angeht, die Millenials längst eine 3-Tage-Woche anstreben und die GenZ sich mit viel wichtigeren Fragen, etwa denen des zwischenmenschlichen Respekts oder der Achtsamkeit beschäftigt, siehts halt gerade schlecht aus mit der Arbeitsmoral!
Descontrol und Doppel-6
Na, schon richtig im EM-Fieber? Die Idee, einfach alle Problems da draussen auszublenden und stattdessen alle Konzentration auf den Ball zu lenken, finden auch wir spitzenmässigen Eskapismus.
Dass die Massenmedien unbedingt nochmal ein „Sommermärchen“ einfordern, finden wir allerdings etwas lahm. Wie wäre es mit einem Sommerthriller? Oder einer Sommersaga? Oder einfach nur einer Fussball-EM?
Hudey Hudey Dem Dem
Wir haben etwas Musik mitgebracht, die durchaus andockfähig ist, was feministische Diskurse angeht. Wobei es in diesen Songs vor allem um Beziehungsfragen und Ängste geht. Aber aus weiblicher Sicht erzählt. Mit Ausnahme von NITSCH am Ende, da geht’s eher um toxische Männlichkeit und Macho-Attitüde. Aber genau die macht diesen Tag heute ja so unverzichtbar! Vor allem die aus der ganzen Macho-Scheiße über Jahrtausende gewachsenen, immer noch real existierenden schreienden Ungerechtigkeiten: Wir denken an unbezahlte oder schlecht bezahlte Care-Arbeit, an Gewalt gegen Frauen, an permanente Unterdrückung, an ungleiche Karrierechancen oder an die in der Prekarität lebenden alleinerziehenden Frauen.
Do you love me when I’m dead?
Hier geht es schon wieder munter weiter: „Heavy duty, let’s work“. Ein typischer 90er Claim auf den T-Shirts von der Stange, die heute im Vintage-Laden locker 40 Euro kosten! Wir haben gleich zu Beginn dieses Letters noch einen viel schöneren Claim für Euch: Do you love me when I’m dead? Coming-Of-Age Herzschmerz-Wahnsinn im 90th Indierock-Style aus dem Ruhrgebiet! Hier kommt EAT THEM, meine Damen und Herren. Dahinter steckt der Musiker Johannes Hochmann, der bis zum heutigen Tag schon mehr als 20 Alben im Alleingang aufgenommen hat. Und keine Boomer-Angst, Johannes ist gerade mal Mitte 20, und hat schon im Alter von 14 angefangen Musik aufzunehmen, die er dann für seine Oma auf CDs gebrannt hat. Wenig später dann der eigene Bandcamp-Account. Nun erscheint im Juni eine Art Best-Of-Collection aus den ersten 10 Jahren seines kreativen Schaffens: EAT THEM ALL!
Apocalypso
der sommer geht zu ende
und es wird zeit
den apocalypso zu tanzen
ein tanz
der sehnsucht und veränderung
die zeitenwende beschwörend
die katastrophe swingt mit
kann aber auch vermieden werden
vielleicht tänzeln wir daran vorbei
schlingeln uns durch
wie schon so oft
denken müssen wir
und tanzen
um nicht zu verknoten
mit dem ressentiment
und dem kapital
staying with the trouble