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Descontrol und Doppel-6

Na, schon richtig im EM-Fieber? Die Idee, einfach alle Problems da draussen auszublenden und stattdessen alle Konzentration auf den Ball zu lenken, finden auch wir spitzenmässigen Eskapismus.

Dass die Massenmedien unbedingt nochmal ein „Sommermärchen“ einfordern, finden wir allerdings etwas lahm. Wie wäre es mit einem Sommerthriller? Oder einer Sommersaga? Oder einfach nur einer Fussball-EM?

Naja, jedenfalls wäre es doch toll, nicht von vornherein mit Erwartungshaltungen und Framings von 2006 hier rumzufurwerken, bloß weil immer noch Manuel Neuer im Tor steht.

2006 kam übrigens auch das erste Ja, Panik Album heraus, um hier mal einen astreinen journalistischen Bogen zu spannen. Erst 2009 erschien mit ihrem dritten Album The Angst And The Money das erste Ja, Panik-Album auf staatsakt.

Nach dem 2014-er Album Libertatia trennten sich die Wege der Gruppe Ja, Panik und Staatsakt – bis zum heutigen Tag! Denn heute erscheint die Single Descontrol, die sie zusammen mit der mexikanischen Band Neptuna zusammen aufgenommen haben auf staatsakt!

Outernational Indie-Rock zwischen dem Burgenland, Cordoba und Guadalajara. Der Beginn einer transatlantischen Band-Freundschaft, die möglicherweise eine gemeinsamen Tour nach sich zieht!

Das Song-Sujet: Die alltägliche Grundgesamtupgefucktheit. Das Leben an allen Orten gleichzeitig und doch gefühlt im Nirgendwo. Das hohe Tempo unserer Zeit. Zwischen ständigen System-Updates und Jetset. Kosmischer Schienenersatzverkehr als State of Mind….to be continued!

Wo wir gerade schon beim outernational Touring sind: Wir wollen Euch nochmal wärmstens die Os Barbapapas aus Sao Paulo ans Herz legen, die gerade mit ihrem Tropcalsimo-Exotica-Surf auf Europatournee sind. Morgen live in Berlin im House Of Music auf dem R.A.W.Gelände:

 

Weitere Touraten hier auf der Seite von Planet Rock:

https://www.planetrock-booking.de/67-0-Os-Barbapapas.html

Ansonsten freuen wir uns sehr, dass am 13.09 endlich das Album von NITSCH erscheint. Es trägt den Namen Bar Von Josefine, benannt nach der legendären Jazzbar in Graz. Das Album hat mit Jazzmusik bis auf ein paar Dominantseptakkorde nicht viel am Hut, es geht eher symbolisch um diese Bar als Rückzugsort, ohne Handy-Empfang, dafür mit viel Schnaps und Zigaretten. Eine romantische Idee der Defragmentierung des Gehirns aus dem letzten Jahrtausend. Ein „Hoch die Tassen“ an heterotopische Orten, um an dieser Stelle auch mal Nitsch-Fan Michael Foucault zu zitieren.

Würden Euch an dieser Stelle jetzt gerne das Video zum Titelsong zeigen, aber das ist leider noch nicht fertig. Naja, immerhin gibt es schon den Single-Edit zum Hören:

Jedenfalls klingt das ganze Album nach einer fabelhaften Melange aus Austropop, Italodisco und Indierock. Bisschen nach Jona Lurie, nach Stiff-Records und Pubrock auch.

Toller Spelunkensoul, der uns auch live ein sehr großes Vergnügen bringt. Um so doller, dass unser alter Weggefährte Ben Rodenberg und sein Team bei Gastspielreisen Rodenberg sich jetzt hier um das Booking kümmert. Erste Tourdaten finden sich bereits hier:

https://gastspielreisen.com/artists/detail/nitsch

Ansonsten würden auch wir uns sehr über eine differenzierte Analyse der Europawahlen freuen, die weit über die längst viral gegangene neue Brandmauer-Deutschlandkarte hinausgeht. Ja, wer hat am Ende wen gewählt und warum genau? Es muss doch dank KI und der vielen erfassten Daten ein differenzierteres Bild möglich sein, als das der letzten Wochen. Und es sollte doch gesellschaftlich nun vor allem darum gehen, kulturelle Abstände zwischen den Menschen zu verkürzen, sich zu begegnen, sich anzunähern, und jetzt nicht mit so einem unfassbar lahmen Ost-Bashing um die Ecke zu kommen! Und der Fingerzeig auf junge Menschen, die ganz offensichtlich mit Ängsten zu kämpfen haben, – so diffus sie auch immer sein mögen – nützt am Ende genauso wenig wie das Boomer-Bashing der GenZ. So weit das vorgezogene Wort zum Sonntag. Da spielt ja schon wieder Deutschland. Die Kanzel bleibt also geschlossen! Was wir uns am Ende doch alle nur wünschen‚ ist ein guter Ort zum leben, um zum Schluss International Music mit ihrer heute erschienenen, brandneuen Single zu zitieren:

Olé Olé Olé!

Euer:
Staatsakt.

PS: Halthalthalt! Bevor Sie den Newsletter wieder zuklappen, hier eine kurze Meldung unseres Tochterlabels Fun In The Church. Denn heute gibt’s mit dem Sneak Preview von HaloIn The Company Of No One eine Listening Party auf bandcamp.
Jaha, sie haben richtig gehört! Naja.. eigentlich noch nicht, denn: hören Sie heute Abend bereits exklusiv das Release von nächster Woche! Danach haben Sie richtig gehört!
Unerhört! Wo gibt’s denn sowas?! Na hier:

https://funinthechurch.bandcamp.com/live/halo-in-the-company-of-no-one-listening-party