Wo der Pfeffer wächst!

staatsakt. 07/2018


• Können wir bitte Horst Seehofer dorthin schicken wo der Pfeffer wächst?! Nach Indien um genau zu sein! Dort kann er sich als Heimatminister einmal anschauen, wie Menschen aus verschieden Religionsgemeinschaften in einer Straße friedlich zusammen leben!

• Als Fans der Zahl 69 im sexuellen wie kosmischen Sinne fordern wir Horst Seehofer überdies dazu auf sofort 69.000 Euro an Pro Asyl zu stiften! Für seine unglaubliche Äußerung was die Ausfuhr der 69 afghanischen Flüchtlinge an seinem 69. Geburtstag betrifft. Die ja tragischer Weise am Ende nur noch 68 waren...

• Auch zum Pfeffer bitte mit wahlweise Oliver Bierhoff oder Reinhard Grindel. Einer von beiden muss die Verantwortung für das sensationell beschissene Krisenmanagement des DFB übernehmen!

• 120 Jahre dorthin wo der Pfeffer wächst bitte auch mit den verantwortlichen Richtern in der NSU-Affäre. Für 120 Jahre Geheimhaltungsfrist!

• Zum Pfeffer mit den vielen erfolgsgeilen TV-, Print- und Online-Redakteuren und -Innen, die sich aktuell lieber ein Vorbild an Jan Böhmermann oder Klaas-Heuer Umlauf nehmen sollten, an Ärzte ohne Grenzen oder wem auch immer, statt immer neues Wort-Benzin auf die sogenannte Flüchtlingsdebatte zu kippen! Ihr seid alle so verdammt clickbait, das es Euch Menschenleben wert ist!

• Zum Pfeffer bitte auch mit Till Schweiger, der weder den Tatort zum Kinoereignis, noch das Kino Tatort-kompatibel macht. Und aus Quotengründen dafür mehr Geld bekommt als alle anderen!

• Dahin wo der Pfeffer wächst mit der neuen TV-Funktion bei Instagram. Macht die Welt noch unübersichtlicher! Und sieht jetzt schon aus wie das Programm, das früher beim ZDF von den Mainzelmännchen moderiert wurde. Die Werbung, ganz genau!

• Wünschen allen, die freiwillig und gerne dorthin gehen wo der Pfeffer wächst einen schönen Sommer und verabschieden uns mit einem neuen Video der von uns sehr geschätzten Band International Music. Reicht uns bitte jemand den Pfefferstreuer?!

• Abschließender Pfeffer-Funfact: International Music kommen aus Essen. Genau wie Tilman Rossmy und Die Regierung... Die zog es einst zu den Pfeffersäcken nach Hamburg... Hören wir einmal was dann geschah...

Eure: Nomaden

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Ein Duo, ein Rapper und eine Band

staatsakt. 06/2018


Ungelogen: Ich bekam eines Tages ein Filmangebot vom Regisseur Dietrich Brüggemann, nur weil er Fan dieses Newsletters ist.
Er versprach sich vermutlich davon, dass in diesem Newsletter dann auch Werbung für seinen Film gemacht wird! Aber weit gefehlt! Das hätten sie wohl gerne, Herr Regisseur!
So leicht lässt sich ein Newsletterschreiber in der Popbeamtenrepublik Deutschland nicht bestechen...

Jahre und Biere am Hefegottaltar später bringen wir auf dem Label mit diesem Newsletter dafür die Debüt-Single von Dietrichs neuer Band heraus: Theodor Shitstorm.
Naja, strenggenommen ist es keine Band sondern ein Duo, das er zusammen mit der Singer/Songwritern Desiree Klaeukens betreibt.
Ähm, betreibt man ein Duo?! Ist das männlicher Größenwahn, der sich einbildet so ein Duo tatsächlich zu "betreiben"?! Betreibt sich ein Duo zwischen Menschen nicht immer gegenseitig?! Quasi von selbst? Ist eine Ehe auch ein betriebenes Duo?! Und von wem wird sie betrieben?! „Vom Staat!“ schreit der Punk auf der anderen Seite der Landstraße.

Nun denn, Fragen der Betriebsamkeit mal bei Seite gestellt! Theodor Shitstorm schreiben tolle Lieder über die zentralen Themen unserer Zeit:

Selbstfindung und Zerstreuung.

Die erste Single Ratgeberlied weist den Weg ins Repertoire:
„Spieglein, Spieglein in der Hand, wer hat die klügsten Ratschläge im ganzen Land?!“
Suchen und finden Sie sich doch am besten einmal selbst:

Morgen Abend live im Berliner Club, West Germany am Freitag in Hamburg im Schanzenzelt. Das Album von Theodor Shitstorm erscheint dann am 28.09.2018:
Sie werden dich lieben!

Vom Pop-Duo zur Rap-Singularität: Max Turner is back! Der Mitbegründer der Puppetmastaz, Dub-wise man of Meteorites-Fame bringt am Freitag auf unserem Tochterlabel Fun in the church diese Tracks heraus.

Wenn ich bedenke, wie lange ich schon Max Turner Fan bin, und wie ich damals mit Viktor Marek The Purple Pro abgefeiert habe, und wenn ich überlege wie lange das schon wieder her ist, möchte ich auch nicht mehr wissen „What time it is...“

Viktor Marek und DJ Quersummen werden jedenfalls am Freitag im Monarch rund um die Max Turner Show Platten drehen. Am Samstag finde das Ganze nochmal im Hamburger Hafenklang statt.

Ach, und wo wir gerade in Feierlaune sind: Haben wir schon verraten, dass wir uns 2018 tatsächlich nochmal in eine ROCK-Band verliebt haben?! 1000 Gram heißen die, Moses Schneider hat sie produziert, and it goes a little something like this (HIT!):

Euer Label mit Bands, Duos, Rappern, Rocker*innen und Popperschweinen.

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Ein Beamter in the church

staatsakt. 05/2018


Leute, hier rappelt es gerade im Karton.
Während Kollege Göres verzweifelt seine vielen E-Mailverteiler den neuen juristischen Gegebenheiten anpassen muss, dürfen wir hier schon wieder diverse Top-Meldungen verkünden!

Alkopop und Labelpapa

Swutscher zum Beispiel. Nicht wenige sprechen von der Hoffnung des deutschsprachigen Chansons. Wir erwidern: Klar, gesoffen wird immer!
Mit „Wilde Deutsche Prärie“ werden sie den Bierabsatz in Deutschland wieder deutlich steigern können! Die Bierbrauerei-Marketing-Vögel mit ihren verzweifelten Gewinnspiel-Ideen können sich also entspannt wieder zurücklehnen! Die Freaks von der bekifften Alkopop-Bühne kommen nämlich alle zu Swutscher rüber! Es hat sich ausgetrappt! Hab ich neulich geträumt...

Wer Swutscher sagt, darf Chuckamuck nicht verschweigen. Die chaotischste Band Zentraleuropas kommt im Herbst wieder auf Tournee und verwüstet wie schon ihre Rock & Roll Großeltern die Hotel-, na teilweise auch Hostelzimmer der Republik.
Aber wer so schön Mutter covert, dem verzeiht der Labelpapa fast alles...

Fun in the church

Wir sprachen ja drüber: Unser neues Label für „outernational music for interplanetary people“ - zusammen mit unseren Kölner Freunden von Rapid Eye Movies!
Heute erscheint endlich Alle Menschen dieser Erde von Ozan Ata Canani.
Es ist uns eine solche Freude, dass wir alle Menschen einfach nur noch umarmen möchten!

Und bedanken uns superherzlich bei unserem Grafikguruguruguru Markus S. Fiedler für diese spitzenmäßige Homepage!

Ich würde auch gerne noch ein paar Zeilen zu Max Turner verlieren, zu seiner indischen Chicago-Soulband The Migrations, die schon nächste Woche erscheint:

Und zum geplanten Sun Ra Space ist the Place-DVD-Release im Herbst, und auch zu kommenden Staatsakt-Themen von Best Of Britta über Theodor Shitstorm bis 1000 Gram...

Aber hey, ich pack jetzt die Badehose ein und fahre zum Immergut-Festival!
...und nachts im Camping-Zelt da träume ich von Datenschutz!

Euer: Pop-Beamter in da church!

PS: Achso... falls ihr weiterhin staatsakt newsletter bekommen wollt.... müsst ihr trotz neuer Datenschutzregelung (DSGVO) gar nichts tun. Ist das nicht toll?! Nichtstun und trotzdem Wasbekommen!
Wir haben nämlich eure Daten und geben sie nicht mehr zurück...

...außer ihr bestellt den Newsletter ab!
Für den Fall bitte dort unten „unsubscribe from this list“ klicken.
Mehr Informationen darüber ob und wie wir eure Daten nutzen und/oder eure Daten extern verarbeiten lassen, in läppischen 4054 Worten hier auf unserer Website. Als hätte ihr das nicht schon zigmal diese Woche gelesen, beziehungsweise nicht gelesen.
Dieser newsletter zerschützt sich übrigens selbst in 3... 2... 1...

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Der Weg zum Label

staatsakt. 04/2018


Die besten Jahre

Liebe Music-Lover, in der Echo-Kammer gefangene und vom Record-Store-Day gebeutelte Pop-Menschen!
Wir werden oft gefragt: Wie kommt Ihr eigentlich an die viele gute Musik?! Beziehungsweise: Wie kommen die Künstler*innen zu Euch?!

Nun... die Wege könnten unterschiedlicher nicht sein.
Mal so, und dann schon wieder ganz anders!

Lesen Sie dazu jetzt zwei kleine Anekdoten aus unserem Longplayer-Label-Leben.

1. International Music

Eines Samstags sitze ich im alten Büro in der Sonnenburger Straße, um Steuerunterlagen zu sortieren: Suchen, drucken, lochen, wenden, heften...
Man muss wissen: Ich arbeite für gewöhnlich nie Samstags im Büro. Schon gar nicht für den Fiskus!
Plötzlich geht die Klingel. Vor mir stehen zwei großgewachsene Mittzwanziger mit dunklem Haar und noch dunkleren Klamotten.

Hereinspaziert. Wie kann ich helfen?!
- Nun, wir wollten uns mal das Staatsakt-Büro anschauen. Wir sind große Fans des Labels. Das ist Pedro. Ich bin Peter. Außerdem wollten wir ein Demo bei euch einwerfen. Sind jetzt etwas überrascht, dass an einem Samstag überhaupt jemand hier ist.

Ja, da bin ich selbst ganz überrascht. Die Steuern, der Steuerberater, das viele Geld... Was macht Ihr denn für Musik?!
- Schwer zu sagen. Zusammen haben wir so ein Projekt, ja eher so Folk, oder Peter?!
- Schon.
- Wir nennen uns die Düsseldorf Düsterboys.

Aha. Ihr seid aus Düsseldorf?!
- Nein, aus Essen. Aber wir haben noch eine richtige Band.

Aha. Und wie heißt die?!
International Music.

Ich habe das Düsseldorf-Düsterboys-Demo dann erst einmal mit nach Hause genommen und mich Tage später gleich in das Folk-Duo verliebt.
Wenige Monate später habe ich sie dann als Vorgruppe für Friends Of Gas in den Berliner Club West Germany eingeladen. Wollte eigentlich die Düsterboys sehen, aber die meinten nur: Nee, nee, vor Friends Of Gas da spielen wir lieber als International Music.
Ich habe dann Olaf O.P.A.L. mit dorthin geschleppt. Der hat sich dann gleich in International Music verliebt – wen wundert’s, da spielt ja auch noch der schöne Joel mit...

Heute erscheint Die besten Jahre – produziert von Olaf O.P.A.L. - und es ist eine wirklich besondere Platte geworden.
Wer Country und Folk mag, Postpunk im Herzen ist und bei psychedelischer Gitarrenmusik a la Felt, Spacemen 3 oder dem kompletten Shimmy-Disc-Katalog so richtig aufblüht der liegt hier goldrichtig!
Das alles aber nicht in Retromanie! Nein, bitte nicht falsch verstehen!
Die besten Jahre betitelt ausnahmsweise mal keine Retrospektive, sondern meint das Hier und Jetzt! Ganz genau: Pedro, Peter und Joel stehen in der Blüte des Lebens!

Es folgt Geschichte Nummer:

2. Die St.Michael Front


Eine Fahrt von Berlin nach Köln. Im größten Co-Working-Space Deutschlands:
Der deutschen Bahn.
Eine E-Mail von Gereon Klug flutscht rein. Ah, sieh an: Neues aus Hamburg!
Ein Video der St.Michael Front! I’m fine - Eine heroische Hymne auf die Mod-Kultur. Saustarkes Stück. Weiter suchen. Once gefunden. Ein noch stärkeres Stück.
O-Ton Klug: „Keiner kennt die!“
Gut. An die Arbeit. Social-Media-Recherche. Eine Message schreiben: „Falls Ihr Hilfe braucht: Meldet Euch einfach!“
Wenige Wochen später treffe ich die beiden Freaks tatsächlich in Hamburg im Karo-Eck.
Wir beschließen eine erste E.P. zu veröffentlichen.
Once wird bei Radio Eins in Berlin ein richtiger Radio-Hit.... Dann verschwinden die Brüder Matthias und Sascha fast zwei Jahre im Produktionssumpf...

Nun, zwischendrin ist unfassbar viel passiert: Trump wurde Präsident, der Echo wurde abgeschafft, Klopp wurde Trainer bei Liverpool, #MeToo, ein Freund wird zum zweiten Mal Vater und ne Freundin macht inzwischen ne Yoga-Lehrerinnen-Ausbildung.
Die besten Jahre sind aber auch für die St.Michael Front hoffentlich noch lange nicht vorbei!
Darum erscheint heute endlich auch die Vinyl-Ausgabe von End Of Ahriman.
Digital und auf Compact-Disc erschien das Album bereits letzte Woche!
Mitbekommen?!

So, wir machen uns jetzt auf den Weg nach Essen.
International Music Release-Party.
In der Südrock-Nachtkneipe.
Olaf kommt auch wieder mit...

Hat einfach immer die besten Jahrgänge im Schrank:

Euer,
Staatsakt.
PS: Wollte doch eigentlich auch noch über FUN IN THE CHURCH schreiben, über die fantastischen ZA! aus Barcelona, aber das holen wir beim nächsten Mal nach... Aber Videolinks gehen immer, sagt Netzoma!


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Büro und Video

staatsakt. 03/2018


Hi Peoplez!

Heute etwas kurz angebunden.
Weil: Haben gerade kein Büro.
Ohne Büro kann ich nicht sein.
Ohne Büro bin ich kein Newsletter-Schreiber.
Ohne Büro keine Ordnung.
Ohne Büro keine Klammer
Ohne Klammer keine Haltung.
Ohne Haltung nur Rückenschmerzen.
Rückenschmerzen ohne Büro?!
Das passt einfach nicht zusammen.

Ich stelle mir gerade vor, es hätte Musikvideos nie gegeben.
Dann müsste ich auf diesem Wege nicht dauernd irgendwelche Texte schreiben,
und die Musikvideos mit Worten umgarnen.
Klar, als Plattenfirma freut man sich erstmal über Videos.
Die werden geklickt.
Bei der Fülle von Musikvideos fragt man sich aber unweigerlich:
Wer soll die alle noch klicken?!
Ja, nicht nur klicken, auch gucken.
30 Sekunden werden Videos in der Regel geguckt.
Wenn überhaupt.
Mein Freund Niklas sagt immer: Man braucht für ne Minute mindestens 3000 Euro Budget,
damit es einigermaßen gut aussieht. Beyonce und Co. verschlucken locker 3000 die Sekunde.
Kann das sein?! Ich glaube der meinte aber Dollars.
Tja, das wären dann so ungefähr ne halbe Million Euro für ein Video.
Kommt das hin?!
Mit Kostüm und Crew, Hotels, Catering, aufwändiger Postproduktion und allem bestimmt.
Würde gerne rechnen was wir in 15 Jahren Labelbetrieb schon alles für Musikvideos ausgegeben haben.
Im Verhältnis zu den Produktionskosten der Alben.
Also wie sich das so verhält.
Aber wie gesagt: Haben ja gerade kein Büro.
Alle Akten liegen eingesperrt in einem Kellerverlies.
Wo waren wir stehen geblieben?
Ach, ja. Musikvideos.

Cool bleiben

International Music haben sich gedacht: Katzenbilder werden am meisten geklickt. Versuchen wir es also mit Katzen im Video. Ob das funktioniert?!
Egal, cool bleiben.

white lights shine


Die St.Michael Front setzt auf Menschen, die im Internet Erleuchtung suchen. St.Michael ernsthaft als Beschützer? Eine Ironische Sekte? Ob das alles unter einem guten Stern steht?

Bierstübchen


Swutscher & Tobias Bamborschke hingegen setzten auf Spelunken-Bierseligkeit. Klar, wer sitzt nicht mal besoffen vor Facebook. Noch schlimmer: Besoffen bei Discogs. 3 Wochen später trudeln dann die Pakete aus Japan ein. Das Konto 280 Euro ärmer. Dafür endlich „Night Flights“ von den Walker Brothers als Originalpressung in Mint. Und ein paar andere Scheiben: Ein Albert Ayler Bootleg, oder hier: Die High Rise II auch gleich noch im Original... So gesehen: Gar nicht mal zu teuer. Prost, Jungs!

Spotify


Und schaut doch auch mal bei Spotify rein. Und bei Apple Music. Ihr könnt dort alle unsere Produkte streamen. Wir werden immer wieder darauf aufmerksam gemacht, das zu tun. Dafür packen die dann unsere Musik in ihre Playlisten.
Nur so wird Streaming win-win. Und es braucht dafür weder ein Büro, noch Musikvideos!

Bei Apple Music müssten wir auch endlich mal eine Liste machen.
Aber wir haben ja gerade kein Büro.

Hä? Ich dachte für Streaming braucht man kein Büro.
Ja, nee. Fürs Streaming nicht.
Aber die Playlisten, die baue ich immer am liebsten im Büro.
Na, dann sag das doch auch so.
Mach ich doch.

Euer:
Germany's Next Toplabel.


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Über Depressionen

staatsakt. 02/2018


Och, nö, da will man den Newsletter am liebsten gar nicht erst aufmachen.
Trist genug da draußen! Ein Grauschleier über der Stadt. Seit Oktober.
Und jetzt auch noch eine sich leise heranschleichende Kältefront.
Der Winter ist eben die Zeit, in der kein Deutscher irgendetwas Negatives an dem Wort 'Klimaerwärmung' finden kann. Oh mein Gott, da wählt er den Einstieg über die Depression und landet schon im zweiten Absatz bei der Klimaerwärmung.
Das kann ja heiter werden. Wieder richtig gute Stimmung im Hause staatsakt, wa?

JA

Ehrlich gesagt: Ja! Auch wenn wir kurz davor stehen, von der Sonnenburger Straße in die Erich-Weinert-Straße ziehen zu müssen. Vom Mauerpark an den Humannplatz.

14 Jahre waren wir jetzt hier drin. Und haben viele Bürokolleg*innen kommen und gehen sehen: Proton-Booking, SSC, Joerg Hartung Promotion, Erased Tapes, Peter Fast Booking, AmSTARt, Affairs From The Heart.... 14 Jahre mittendrin in Indiehausen!

Bisher waren alle Eigentümer nur Investoren: Kaufen, Spekulationssteuerzeitraum abwarten und wieder weiterverkaufen. 60.000 Euro hat die knapp 70qm große Butze hier vor 14 Jahren mal gekostet. Jetzt kostet sie 220.000 Euro. Und: Die neue Besitzerin meldet Eigenbedarf. Eine Psychotherapeutische Praxis statt einem Käfig voller Indie-Narren. Ach, hätten wir doch nur...

Egal! Wie Staatsakt-Labelmitbegründer Gunther Osburg neulich so schön sagte:

„Die ganze Leuten mit ihrem ach-hätte-ich-das-doch-damals-nur-gekauft Gerede! Nein! Ihr hättet ein ganz anderes Leben geführt, wenn Ihr Euch damals tatsächlich solche Dinge überlegt hättet!“.

Wahre Worte! Wir werden dabei selbst immer öfter zu Neidern jener Leute, zu denen man vor 14 Jahren garantiert nicht gehören wollte: Zu den Kapitalisten.

Für alles Im Westen Marie

Wir haben dafür oder dagegen in den letzten zwei Wochen gleich zwei hoffnungsvolle Debüt-Alben zu verkünden gehabt: Wilde Deutsche Prärie von SWUTSCHER (aus Hamburg) und INTERNATIONAL MUSIC mit Die besten Jahre (aus Essen).
INTERNATIONAL MUSIC klingen manchmal so:

Und SWUTSCHER gehen oft so:

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit beiden Bands in diesem Jahr, das in nur wenigen Wochen seinen Frühling verkünden wird. Dann sind wir aber bereits umgezogen.

Vergifte Dich

Und Isolation Berlin, die heute ihr zweites Studio-Album Vergifte dich veröffentlichen, werden bereits auf ausgedehnter Tour sein. SWUTSCHER fahren auch mit, und wenn die mal nicht können, dann spielen INTERNATIONAL MUSIC im Vorprogramm.

Ja, und wie klingt sie so, die neue IsoB?! Na, unverkennbar nach Isolation Berlin.

Dem Fan wird es eine Freude sein, dem Hater sicherlich auch!

Elf somnambule Songs zwischen Vergessen und Vergeben, zwischen Traum und Alptraum, zwischen Depression und Melancholie. Lieder an der feinen Naht von Romantik und Nihilismus. Sie handeln von einem Leben in dem die Protagonisten genau wissen, wie sinnlos alles ist, sich aber trotzdem unsterblich ineinander verlieben. Vermutlich genau deshalb!
Das folgende Songbeispiel ist leider schlecht gewählt, weil es darin um eine überwundene Liebe geht. Aber bloß weil es jetzt zu diesem Lied ein Video gibt und zu anderen nicht, stimmt das vorher gesagt natürlich trotzdem.

Tja, da geht man heute einfach den Trump-Weg.
Den stolzen Weg der stumpfen Behauptung.

Also nicht die Band, sondern ich.
Ich, hier die Tippmütze des Staatsakt-Newsletters.

Zum ca. wahrscheinlichen 200. Mal auf Eurer Festplatte.

Und immer noch da!
Kuckuck!!!

Euer:
S mit dem k und den 3 ts und as


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Auf dem Hirnfriedhof

staatsakt. 01/2018


Der erste Arbeitstag 2018 hätte besser nicht laufen können.
Eine Geschäftsreise nach Köln. Um 9:49 in den Zug am Berliner Hauptbahnhof.
„Wegen Sturmwarnung fährt der Zug heute nur 140 km/h. Wir bitten das zu entschuldigen!“
Entschuldigt.
Ansage 2: „Der Zug fährt heute leider nur bis Hannover. In NRW wurde der Zugverkehr eingestellt“
Oha.
Ansage 3: „Wer wieder nach Berlin umkehren möchte, dieser Zug fährt von Hannover um 12:31 wieder zurück...“:
Handyrecherche. Wetterdienste. Twitter-Mania. Freunde in Köln anrufen:
„Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, das heute noch Züge nach Köln fahren, Sebastian?“
„Der mittlerweile von Sturm auf Orkan hochgestufte Wirbelwind mit dem Namen Frederike nähert sich Berlin. Also der Zugverkehr in Niedersachsen wird sicher auch bald eingestellt.“ Ok. Also wieder zurück nach Berlin. 140 km/h. Safety first!
In Berlin kam Frederike dann übrigens nie an. Bewegte sich dann doch süd-östlicher als von den Expertinnen berechnet...

Clickbait

Unterdessen ein müdes Lüftchen im gelangweilten Popdiskurs zum Jahresbeginn: „Rock ist tot!“, pfeifen die Altvögel von den Dächern, gestützt auf statistischen Auswertungen gängiger Streaming-Dienste. Eigentlich müssten diese Leute schreiben: „Mein Leben rockt nicht mehr! Ich bin weit über 40 und lasse mich seit mehr als 10 Jahren von Verlagen ausbeuten, die es einfach nicht hinbekommen, ein vernünftige Internet-Ökonomie zu entwickeln. Das Publikum zahlt kaum mehr einen Cent für gut recherchierte Inhalte, einfach weil auch dieser Saftladen so furchtbar Clickbait ist! Und dass AC/DC mehr Platten verkauft haben als die Beatles, interessiert die jungen Leute auch nicht mehr. Weil sie weder eine emotionale Bindung zu den Beatles noch zu AC/DC aufbauen können. Man müsste Bands einfach neu besetzen. Marken wie AC/DC, KISS oder METALLICA mit gut aussehenden, jungen Stars reinszenieren...“

Gut mitgedacht! Die STAR-WARS-Strategie! Ja, wofür noch neue Songs schrieben?!
Gut, den ein oder anderen kann man bringen, aber am Ende liegt in den Regalen genügend Repertoire für alle Ewigkeiten. Die Songs einfach wieder neu aufnehmen.
Und Kendrick Lamar könnte einen Rap drauf legen.
Gut, dann landet man schnell beim Judgement-Night Soundtrack, Rap meets Rock. Aber, hey: Aerosmith und Run DMC fanden doch auch mal alle ganz gut! Und Teenage Fanclub meets De La Soul war doch auch ganz hübsch! Was? Der war doch auf dem Judgement Night-Soundtrack!?
Ja, sag ich doch!

Kulturelle DNA

Es folgt unser Beitrag zur Rockdebatte 2018: Stadt der Lieder von Doc Schoko.
Doc Schoko darf man getrost eine Legende nennen. Jemand der es zwar nicht geschafft hat über einen gewisse Szene hinaus bekannt zu werden, aber sicher in 20 Jahren von namenhaften Re-Issue-Labels aus den USA wieder zurück auf den Markt geworfen wird als teurer Box-Set-Sarg.
Der Berliner Underground Anfang des 21. Jahrhunderts? Da gab es noch einen Underground?!
Da war doch längst alles vorbei. Nee, nee! Hier, hör mal: Doc Schoko. Spielt sogar Uwe Jahnke mit. Der Uwe Jahnke von S.Y.P.H und den Fehlfarben? Yep.
Nun, nachdem das Comeback von S.Y.P.H. durch einen Gerichtsbeschluss mit Doc Schoko als neuem Sänger verhindert wurde, musste sich der Doc erstmal wieder fangen und hat schließlich Stadt der Lieder aufgenommen.
Ein Album, das auf allen Rock-Spielwiesen von Swamp-Blues über Psych- bis Kraut- und Punkrock wächst und gedeiht, von den meisten Menschen dort aber irrtümlich für Unkraut gehalten und schlicht weg übersehen wird.

Der Doc und seine Band machen alles selbst, nach dem Moses-Schneider-Buch aufnehmen und mischen, Cover-Gestaltung, Suppe kochen, Pilze pflücken und Pfand wegbringen.
Er ist einer der letzten der es immer noch schafft so zu leben, wie es sich viele in den 90er Jahren nach Berlin verzogene einmal vorgenommen hatten: Ein Leben ohne Business-Plan.

„Rock ist tot!“ würde der Doc aber niemals sagen. Dafür kennt er sich mit der Musikgeschichte auch viel zu gut aus: Von Robert Johnsons Packt mit dem Teufel über das Transatlantische Missverständnis bis heute! Shakespeare ist ja auch nicht tot. Und Beethoven auch nicht! Wir reden hier über unserer kulturelle DNA. Über Pentatonik. Und sicher auch über die Geschichte von PA-Systemen, wenn wir über die School Of Rock reden.
Über Schlagzeug, Bass und Gitarre! Sexy und Hexy.

Am 17.03. steigt in Berlin im Acud eine Releaseparty. Der 17.03 war übrigens auch der Geburtstag von Silvio Gesell. Dem Begründer der Freiwirtschaftslehre. Ja, wer hätte das gedacht?
Es lohnt sich auch noch 2018 im Ideenkarussell von Gesell ein paar Runden zu drehen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Freiwirtschaft

So lange dreht sich hier im Staatsakt-Office Stadt der Lieder mit original 13th Floor Elevators Gedächtniscover und Kurt Kreikenbom-Widmung!

Den angefallen Gedankenmüll bitten wir zu entschuldigen und entsorgen ihn jetzt unverzüglich auf den Hirnfriedhof. Mark E.Smith wartet dort bereits auf einer Bank, raucht und murrt wütend vor sich hin!

Eure:
Chrysanthemen.


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Hallo liebe Menschen im Rückspiegel!

staatsakt. 12/2017


Für uns bewegt sich das Jahr 2017 ganz klar zwischen Albrecht Schraders Song Nichtsdestotrotzdem (Mai):



und Hans Unsterns Nichtstestotrotz (Dezember):


Beide wussten nix voneinander und haben es trotzdem getan.
C.G. Jung’sche Synchronizität?!
Nicht ausgeschlossen.

Falls nicht, ist es eben einfach so passiert.

Trotzdem:


  • Mark Fisher ist von uns gegangen. Das hat uns schon sehr betroffen gemacht, vor allem weil 2017 von „ES“ über Twin Peaks“ bis „Stranger Things“ in Fragen der Retromanie UND des Horrors eine vollkommen neue Qualität erreicht hat... R.I.P.

  • Darum sich vielleicht lieber gleich nach der Geburt mit Hilfe von Autotune selbst zu einer Art Geist machen. Der künstlichen Intelligenz mit natürlicher Dummheit trotzen! Und im Vorbeigehen ein paar ungebetene Geister aus der Vergangenheit kalt machen.

  • Heraus kommen dann in Deutschland Figuren wie BAUSA, TRETTMANN, DER RINGER oder HAYITI. Je nachdem, mit wem man gerade so rumhängt!

  • Nicht nur Rockmusik, auch der Begriff des ROCK wird gerade schmerzlich überall vermisst. Vor allem von Leuten, die sich Pop-Kritiker nennen.
    Aber wenn wir uns gerade in Berlin nach Bands wie Kadaver, Pabst oder Odd Couple umschauen, sehen wir doch jetzt schon die alten Bands aus dem Reich der ewig Untoten von Black Sabbath bis Saint Vitus in den Spotify-Playlisten von 2018 auch bei den Popperschweinen wieder ganz weit oben stehen... Und das iPhone auf der neuen Docking-Station von Marshall!

  • Das Politische habe man in den Hip-Hop-Platten von 2017 vermisst, schreibt die Kritik. Nur noch Rückzug und Privates. Ein MC-Trump-Trauma?! Vielleicht. Aber ist nicht jede gute Jazz- oder Dub-Platte, die 2017 erschienen ist, sowieso viel politischer als das, was die meisten Männer so auf Strecke rappen müssen?! Nur mal so in den freien Raum gefragt!

  • Die künstliche Intelligenz macht in diesem Jahr jedenfalls weiter Quantensprünge. Die Roboterin Sophia bekommt die Saudi Arabische Nationalität verliehen.

  • Auch in Fragen der aufgedeckten Korruption erreicht 2017 eine neue Dimension: Nach den Paradise Papers müssen die gleichen Menschen Bono und U2 verteidigen, die wenige Tage zuvor Kevin Spacey oder Louis C.K. im Rahmen der #metoo Bewegung verteidigen mussten. Die Trennung von Werk und Arschloch gilt als neue Herausforderung für den Konsumenten. Entschieden auf Geräten, die unter ausbeuterischen Methoden in Asien hergestellt werden...

  • Siggi Pop of SPD-Fame versucht zum Jahresende schnell im Spiegel noch ein paar potenzielle AfD-Wähler einzufangen. Fuck up! Unsere Idee: Rammstein nach einem Song fragen für die nächste SPD-Wahlkampagne. Obwohl: Vielleicht auch schon wieder zu postmodern und verschwurbelt für unseren Außenminister. Wie wäre es mit Wagner?

  • Schaut man auf die aktuelle SPEX, sieht man schon wieder Tocotronic, und würde gerne mit Mark Fisher über „Die Unendlichkeit“ reden. Aber der ist nun mal tot...

  • Wir wünschen Euch nichtsdestotrotzdem schöne Weihnachten, auch mal eine ohne stabile Regierung und haben für Euch nur die aller besten Wünsche für 2018 in den Socken. Wir freuen uns hier schon auf International Music, die neue IsoB, Swutscher, Theodor Shitstorm und viele viele mehr!

  • Nächstes Jahr dann sogar mit regelmäßigem Staatsakt-Podcast!

    Herzlich,
    Euer Laberlabel im Lutherjahr 2017

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    Paradise Papers und November Rain

    staatsakt. 11/2017


    Mit welcher Abgebrühtheit man doch als braver Bürger mittlerweile Informationen wie die gut recherchierten Paradise-Papers wegsteckt. Tja, ist halt so, die da oben bescheißen und nach unten wird getreten. Viel wichtiger: Wie läuft es bei Borussia Dortmund?! Schafft es Boris Becker mit Pokerspielen aus der Krise? Und wie sexuell gestört ist eigentlich die Jugend in Japan?

    In Deutschland hört die Jugend Trap von Trettmann oder RIN, in dem in aller lasch-abgeklärten Shee-Sha-Ness die Sätze schon lange nicht mehr ausformuliert werden. Eine Musik, in der Vokale mitten im Satz wie Rauchkringel am Himmel zerplatzen.
    „Ist doch eh alles klar“ denken sich die jungen Leute: Das Leben ist überkomplex und manchmal übernice und etwas Besseres als den Tod findest Du überall. By the Highway: Hat irgendwer meine Papers gesehen?!


    Jazzmusik


    Und krass! Vor 28 Jahren fiel die Berliner Mauer. Als die noch stand, war die Welt weitaus einfacher zu begreifen: Das Böse war einfach auf der anderen Seite angesiedelt.
    Scheiß Kapitalismus!
    Oder Kommunistenpack. Je nach dem auf welcher Seite man stand.

    Ich bin außerdem an der Holländischen Grenze groß geworden. Die Holländer waren damals Schuld an allem, wofür die Kommunisten einfach zu weit weg waren.
    Später wurden die Grenzen dann aufgehoben. Seitdem ist Europa Schuld, woran vorher die Holländer Schuld waren. Die Russen sind heute vor allem Schuld an den gestiegenen Butterpreisen. Aber seit Trump der US-amerikanische Präsident ist, ist den meisten Deutschen Putin sympathischer. Sind die Amerikaner jetzt eben auch noch Schuld. An Jazzmusik zum Beispiel.

    Und die Holländer? Die kassieren fleißig Lizenzgebühren, weil jede Marke sich dort wegen der Steuervorteile lässig niederlässt. Sogar die Rolling Stones. Sind also Schuld an globaler Steuerflucht! Die Rolling Stones? Klar, it's a gas, gas, gas!

    Aber Steueroasen sind wichtig für den Kapitalismus sagen die Finanzexperten.
    Wie soll man sonst sein Vermögen sichern und vor Räubern und Fiskus sichern?! Das leuchtet ein.
    Gefängnisse sind ja auch wichtig. Wo soll man sonst mit den Verbrechern hin?


    November


    Die Berliner Band Klez.E veröffentlicht morgen, also heute, weil Sie werden diesen Newsletter erst morgen lesen werden, ein Doppel-Live-Album mit dem schönen Titel November.

    November handelt von der Erkenntnis ewiger nietzscheanischer Wiederkehr; das aber als Kinder des Ostens. Also auf der anderen, roten Seite, groß geworden, dann als junger Mensch an die Verheissungen des Kapitalismus geglaubt, voll drauf reingefallen und schließlich als Nihilist im Rock & Popgeschäft gelandet. Here we are!

    Mit einem Faible für die New-Wave und Gothrock-Bewegung der Achtziger Jahre spielten Klez.E zu ihrem Album Desintegration beeindruckende Konzerte.
    November ist Dokument dieser Zeit und weist den Weg in Richtung anstehender Tour.
    Mit dieser Platte kann der Geist eines Livekonzerts auch zuhause durch die Ritzen des Bewusstseins dringen. Ganz ohne Internet. Als praktische Doppel-CD.
    Spielt also etwa zur gleichen Zeit, in der auch Stranger Things spielt.


    Am Montag beginnt bereits die Karnevalszeit. Und morgen ist St.Martin.
    Der hätte diesen Beitrag geteilt! ⚔️

    Eure: Share Holder.

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    Wenn die schönste Zeit die Jugend ist, ist sie vorbei 😶

    staatsakt. 11/2017


    Wer diese Zeile kennt und weiß aus welchem Song unseres reichhaltigen Repertoires sie ist, gewinnt einen Keine Bewegung 2 Vinyl-Sampler, der heute erscheint. Vinyl gleich doppelt zum Anfassen!

    Na? Dämmert’s schon...?!
    So oder so erscheint heute wie im Verlosungssatz schon erwähnt der zweite Teil der Keine Bewegung Reihe. Teil 1 ist längst ausverkauft und begehrtes Sammler-Objekt, weil einfach die geilere Pisse drauf ist. Also von Schnipo Schranke.
    Sieht die Band natürlich anders, wir naturgemäß nicht.
    Beef? No way. Auch in dieser Ausgabe sind Schnipo Schranke wieder dabei mit ihrem Betthüpferl-Chanson Wenn der Vorhang fällt.
    Wir finden die Band ist bei Buback sehr gut aufgehoben, allein weil die beiden Schnipos Hamburg so viel geiler findet als Berlin. Die Zeit fragt sich auf dem aktuellen Titel, warum in Berlin nix funktioniert und trotzdem alle hin wollen.
    Wir finden ja eigentlich die Karibik am geilsten, müssen uns aber den ganzen Tag um Nischenmusik aus Indiehausen kümmern.
    In der Provinzversammlung Deutschland. Wagenknecht-Style.
    Schöne Grüße aus der ewigen Pop-position!

    Na, wer ist denn alles dabei und so?
    Mach uns Deine Ware schmackhaft, Apfelmann!
    Wir wollen überzeugte Käufer sein!

    Easy, Leute! Grafik-Guru-Guru-Guru Markus S. Fiedler hat uns extra eine Site eingerichtet.
    Ja, habt ihr mitbekommen wie lässig ich einfach Site geschrieben habe, und meinem Satz mit nur einem 'E' weniger jugendlichen Swag verliehen habe?
    Nice, oder?!

    Hier jedenfalls die Homepage (Digi-Opa zurück im Text!), mit Tracklist, Cover, Video-Collection, Keine-Bewegung-Festival-Buy-Links und, und...
    https://keinebewegung.net

    Das Produkt kauft man Achtziger-mäßig im Plattenladen. Als Postpunk noch nicht bei Stranger Things lief, sondern im Partykeller der Eltern! Als die nämlich mit dem Kegelklub einen Wochenendausflug in den Taunus gemacht haben: Sturmfrei! Whip it!

    Das durchaus postpunkige Produkt erscheint als Doppel-Vinyl mit Downloadcode und ist wie Ausgabe Eins auf 1000 Einheiten limitiert. Das schneeweiße Vinyl darf als Falco-Tribut verstanden werden!

    Euer:
    St. Martin Luther King.

    PS: Kicks, die neue flashige Single von Isolation Berlin ist leider nicht mit drauf, dafür aber hier drin:


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    Mit Industriesauger durch den Herbst 🍂

    staatsakt. 10/2017


    Es tut uns leid, dass Maurice und die Familie Summen ihre Termine in Frankfurt und Köln auf den Frühling verschieben mussten. Vor allem in Köln, wo doch dort seit ein paar Jahren mit PeterLicht, Locas in Love und Albrecht Schrader seit Jahren eine kleine, feine Staatsakt-Zelle heranwächst. Neue Termine werden ganz bald bekannt gegeben!

    Auch mit Industriesauger-TV aus Köln verbindet uns nun schon eine mehr als 15-jährige, kreative Freundschaft. Etwa das legendäre Die Türen-Video zu Drinnen ist wie draußen (nur drinnen).
    Oder Bonapartes Computer in Love - von den drei fantastischen Der Mann Videos ganz zu schweigen.

    So freut es uns heute gleich zwei Videos von Industriesauger-TV auf einen Schlag zu präsentieren. Den Anfang macht das Video zu Der Zustand von Albrecht Schrader.

    Eine Transformationsarbeit. Der Frühling als Erweckungsmoment im Wissen, dass schon ein gutes halbes Jahr später wieder alles verwelkt sein wird.
    Die ewige Wiederkehr. Und der Mensch ständig darum bemüht, die guten Momente festzuhalten.

    Und zack wären wir auch schon in Fragen des Buddhismus gelandet, dabei wollten wir Euch doch nur dieses Video zeigen:


    #Bock

    Auch das zweite Video ist von Sebastian Kaltmeyer aus dem Hause Industriesauger-TV.
    Und zwar zu Maurice & Die Familie Summen feat. Ill Till - #Bock.

    Prokrastination ist hier das Thema, was ja gewisser Weise ja auch nur der verzweifelte Versuch ist, im Hier und Jetzt zu verweilen! Den Zustand so lange auszukosten, wie nur eben möglich:
    Bloß keinen Stress.

    Ist der Prokrastinations-Mensch also am Ende auch nur ein verhinderter Buddhist, der sich danach sehnt im Zustand der Welt zu verweilen?! Ja, alles fließen zu lassen und bloß darum fast zwanghaft nur nicht an Morgen denkt?!

    Und zack, wären wir an dieser Stelle auch schon fast bei der „Jamaika-Koalition“ gelandet.

    Da ist eine gewisses Chill-Momentum ja bereits im Namen angelegt... Klar, Wunschvater Spliff ist hier der Vater der Gedanken, aber egal: Wir wollten ja auch nur dieses Video zeigen...


    Saurus

    So oder so: Maurice & die Familie Summen spielen heute und morgen Abend im Golden Pudel Club (heute mit DJ Dr.Dr. Penis aka Gereon Klug und morgen mit Booty Carrell).

    Am Freitag dann endlich im Festsaal Kreuzberg, zusammen mit Erfolg und dem besten Damenchor aller Zeiten. Die 10-köpfige Band ist in sehr guter Form und macht extrem viel #Bock!

    Und ach, noch ein schöner Doppler zum Thema Momentaufnahme und Köln (Ja, der Dom hat nicht umsonst zwei Spitzen): Die Band Locas In Love bringt am Freitag Ihr Album Saurus nochmal als aufwändige Vinylausgabe heraus, mit Buch und allem was dazu gehört zum 10-jährigen Saurus-Jubiläum. Richtig so. Man muss die Feste feiern wie sie fallen...

    Euer:
    Motivations- und Zustandszentrum Prenzlauer Berg.
    (MUZZPB)

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    Wie ich mein Glück in Bmerica fand

    staatsakt. 10/2017


    Ich weiß gar nicht was ich schreiben soll. Außer das ich glücklich bin.
    Sicher, sich am Glück abzuschreiben ist nicht besonders ergiebig. Literatur handelt selten vom Glück. Und wenn sie vom Glück handelt, dann meist nur deshalb, damit es dem Protagonisten wenige Kapitel später wieder aus den Händen gerissen wird.

    Als Labelbetreiber schreibt man seine Newslettertexte sowieso immer nur zwischen dem Rest einem übrig gebliebenen, wie auch immer geartetem, unglücklichem literarischem Mitteilungsbedürfnis und Werbetext. Zugegeben kein besonders glücklicher Zustand für Literatur. Bestenfalls wird es am Ende eben ein schmissiger Werbetext. Etwas schmissiger, weil persönlicher als die Konkurrenz vielleicht. Wenn alles gut läuft. Ein glückliches Ende nimmt.
    Aber meist bleibt vor allem der Kaufappell, den man behutsam zwischen seinen Zeilen versteckt, auf der Strecke.
    Die wenigsten Alben verkaufen sich so gut, dass man wirklich von Glück reden kann. Aber als Musiker ist man ja bereits glücklich, wenn man einen Song geschrieben hat, ihn aufgenommen und auf Vinyl gepresst und in seinen Händen hält.
    „Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit“, hat Andreas Spechtl mal zart zitiert. Weiß gar nicht mehr woher. DMD KIU LIDT jedenfalls das Akronym für diesen schönen Satz.
    Für Musiker_Innen ist die Manifestation des Kapitalismus aber nicht selten ein Album.
    Die Vergewisserung der eigenen Arbeit in einem bestimmten Lebenszeitraum. Das Annähern an eine diffuse Wahrheit tief in uns drinnen, kurz mal angezapft, an die Leine genommen, sie in den Händen gehalten, gespürt, ein Lied davon gesungen und... Wieder futsch!


    Pokal

    Aber das schöne am Albumformat ist es ja gerade solche Momente weiter auszuformulieren, sie festzuhalten, sie Moment für Moment aneinanderzureihen.
    Auch wenn das Konto am Ende leer ist und der Körper nicht mehr in Saft und Kraft steht, weil hoffnungslos ausgebeutet:
    Das Album steht im Regal, wie ein Pokal.
    Ein besonders schöner Pokal.
    Auch wenn einem Pokale überhaupt nichts bedeuten.

    Nun, ich habe mit Hilfe meines musikalischen Nachbarn Michael Mühlhaus und dem Produzenten Olaf O.P.A.L. eine Popplatte aufgenommen.
    Pop im Sinne von funky Popmusik, aber auch in Haltungsfragen eine funky Popmusik. Wie James Brown auch mal Haltungsmusik ist und war. Oder die Redskins.
    (Mir neulich zufälliger Weise mal wieder im Netz begegnet, die Redskins: Ja, eure Vorfahren waren tatsächlich einmal marxistische Soulbrothers, ihr tumben Naziskins!).

    Drei Jahre haben wir jedenfalls daran rumgeschraubt, und von den Türen über Seeed bis Kante tolle Studiomusiker*Innen gefunden, die Lust dazu hatten uns für einen Apple und ein I musikalisch zu unterstützen.
    Flacher Gag, ok, gebe ich zu. Lass ich trotzdem drin.


    BMERICA

    Nun halte ich BMERICA endlich in den Händen und es erfüllt mich mit Glück, auch weil ich mich an jede Hürde erinnern kann. An drei harte Winter, aber auch an drei genauso schöne Sommer. Und die ganzen Zeit und die Gefühle dazwischen.

    BMERICA enthält 10 Lieder über ein schnelles Leben der Zwangsindividualisierung wie -digitalisierung sämtlicher Bereiche.

    Lieder über das Leben auf unserem (vermutlichen) Heimatplaneten und den sehnsuchtsvollen Blick in die Sterne.
    Into the great wide open, um an dieser Stelle den wundervollen Tom Petty zu zitieren... Ja, nicht von seiner besten Platte, jaja, mich hat das damals aber berührt, das Lied... Was?

    Ach, schmeiß doch bitte jemand diese Nerds hier raus...

    Wer sich mit der Entstehungsgeschichte dieses Labels, unserer Haus- und Hofband Die Türen und der grundsätzlichen Haltung hinter diesem Gespenst auskennt, der sollte sich BMERICA unbedingt zulegen (hanseplatte, amazon, itunes, spotify).
    Denn es handelt in gewisser Weise auch von Euch.


    Danke

    Ich möchte mich an Ort und Stelle bedanken bei allen MusikerInnen auf BMERICA, bei meiner Familie vor allem meiner Frau fürs ewige Rückenfreihalten, bei Chrigel Farner für die tolle Gestaltung, bei Markus S. Fiedler für die freundschaftliche Unterstützung, bei Markus Göres und Henrietta Bauer fürs Ladenzusammenhalten, bei allen Staatsakt-KünstlerInnen für die Geduld, wenn man mal nicht im Büro weil im Studio war, bei Olaf O.P.A.L. für die spitzen Zeit, bei Simon „Einhorn“ Frontzek für die Studioraumzeit, bei Omega-Jan fürs weben, bei der DQ-Agency fürs Vertrauen und bei Dir, treuem Newsletter-Leser, treuer Newsletterleserin für all die gemeinsam gelöffelten Buchstabensuppen. Bei allen alten und den neuen Türen, bei allen westfalen Funkateers, bei der Gruppe Oil, bei Yannick Riemer, Niklas Weise, Sebastian Kaltmeyer und Dietrich Brüggemann für ihre wunderbaren, visuellen Ideen und vor allem die Bereitschaft, sie unter prekären Film-Bedingungen trotzdem umzusetzen:


    Ab dem 19.10. gehen wir als 10-köpfige, wirklich tolle Ausnahme-Band auf Tour. Es empfiehlt sich vorher das Album zu hören, besser für den Party-Vibe:


    Glück

    Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Ehrlich gesagt habe mir auch nur selten Karten im Vorverkauf besorgt, aber heute werden die meisten Veranstalter ja schnell nervös, wenn keiner Karten im Vorfeld kauft.

    Naja, vielleicht haben wir am Ende auch einfach kein Glück.
    Die falsche Platte zur falschen Zeit.

    Rockt nicht. Und dann auch noch Pro-amerikanisch!

    Wir werden sehen.
    Ich verweile jetzt erstmal so lange hier im Glück, bis mich das Leben wieder rauswirft.

    Liebe Grüße aus Bmerica,
    Maurice & die Familie Summen für staatsakt im Oktober 2017.

    staatsakt

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