KEINER STIRBT MEHR
Auch wenn es bereits Ende Januar ist, wünschen wir Euch an dieser Stelle nochmal nur das Beste für 2026: Gesundheit, Liebe, Glück und Mut. Wir werden es alle gut gebrauchen können!
Der Stresspegel war ja bereits Mitte Januar schon wieder auf einem neuen Rekordhoch angekommen.
Die MAGAs und ihr Vorgehen erinnern uns immer mehr an einen MARVEL-Film, nur leider ohne die Superhelden auf der anderen Seite. Aus dem Team FIFA kommen sie gewiss nicht. Ein Schelm, wer jetzt an die MAFIA denken muss!
Die Situation in Syrien steht auch schon wieder kurz vor der totalen Katastrophe – außer man fragt Politiker der AfD oder der Union in Deutschland – und die täglichen Spekulation über die Zahl der zivilen Opfer im Iran sind einfach nur zum Verzweifeln. Netanjahu hat der Teilnahme an Trumps sogenanntem Friedensrat zugestimmt und für die Situation in Gaza fehlt den Medien gerade offenbar die Sendezeit. Russische Kampf-Drohnen zerstören die Ukraine inzwischen Nacht für Nacht und Selenskyj verzweifelt inzwischen an seinen Brüdern und Schwestern in Europa.
ASPIRIN-KOMPLEX
Kanzler Merz fordert von seinen Bürger:innen trotz (oder gerade wegen?) der frustrierenden Nachrichten mehr Willen zur Arbeit und Leistung, mehr Fleiß und viel mehr Überstunden. Ja, jetzt ist mal endlich Schluss mit dem ewigen Schnupfen! Wofür haben wir schließlich Aspirin erfunden?! Die Marschroute sollte uns allen klar sein: Weil wir auch in Europa wieder führen müssen!
Mit einem neu reformierten Sozialstaat! Digitaler soll er werden. Da wird’s ja meist automatisch weniger sozial. Freuen uns jetzt schon auf die neuen Chat-Bots von der SPD.
Wir haben uns die Newsletter-Überschrift bei Otto Von Bismarck ausgeliehen, der heute sein neues Album Hauptstadt der Schmerzen herausbringt. Der zitierte Songtitel Keiner stirbt mehr ist doch erstmal ein schönes zeitloses Versprechen, mit dem sich schon die katholische Kirche am Markt durchsetzen konnte. Naja, es wird schon weiter jedes Jahr gestorben, also genauer gesagt durch eine Kreuzigung, aber dann wird eben auch wieder pünktlich auferstanden.
Am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.
HAUPTSTADT DER SCHMERZEN
Die neue Otto Von Bismarck ist jedenfalls tollste Soul-Musik! Sehr amerikanisch. Mal kammermusikalisch, mal folkig-psychedelisch und plockernd wie Shuggie Otis oder Sly Stone zu besten „There’s a Riot Goin’ On“-Zeiten. Aber eben in deutscher Sprache vorgetragen.
Kreuzberger R&B.
Daniel Nentwig (von „The Whitest Boy Alive“-Fame) hat das Album – wie schon den Vorgänger Zu viele Erinnerungen – formidabel produziert und mitgeschrieben. Wir danken Sidney Claire Meyer in den Emil Berliner Studios an dieser Stelle für das tolle Mastering.
Keiner stirbt mehr ist auf dieser Platte so etwas wie ein Requiem. Der Tod wird nicht wirklich geleugnet, sondern vielmehr wird uns in dem Song die Angst vor ihm genommen. Also so ziemlich das Gegenteil von dem, was uns gerade täglich in den Medien aufgetischt wird. Hier das tolle Video zum Song von Lilli Berger. Es empfiehlt sich, das Video im Liegen zu schauen.
Den Laptop mit ins Bett genommen, unter die wärmende Decke gekrochen und Film ab. Ja, einmal die „Spacetaste“ drücken!
Das Album-Cover zeigt Otto draußen am Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen, den man erst neulich irgendwo zum schlimmsten Bahnhof Europas gekürt hat. Otto liebt diesen Ort für sein kreatives Durcheinander. Aber zurück zur kulturellen Einordnung dieses Werks im heimischen Plattenregal in, sagen wir, Hamburg-Altona: Das Album gibt es in einer 200er Vinyl-Auflage. 100 Stück davon mit einem exklusiven Poster – von Otto Von Bismarck gestaltet!
Und es gibt sogar ein paar wenige Live-Daten, wo Otto und seine Band die Hauptstadt der Schmerzen mit Euch feiern wollen: am 12.02. in München (Heppel & Ettlich), am 13.02. in Karlsruhe im KoHi, am 17.02. in Hamburg im Nachtasyl und am 21.02. in Berlin im Salon Wellenmaschine. Wobei die Termine in München und Hamburg gerade auf der Kippe stehen.
Ja, keiner stirbt mehr, aber es kauft eben auch kaum einer mehr Tickets für die kleinen Konzerte, während Harry Styles nächstes Jahr wohl 8x im Berliner Olympiastadion auftreten wird.
LÄUSE
Von der Hauptstadt der Schmerzen in die Hauptstadt der Läuse. Wir bleiben also in Berlin.
Die Familienpop-Band BAKED BEANS (von und mit Ramin Bijan, Johannes Von Weizsäcker und Maurice Summen – also quasi The Türenchap), die sich eigentlich aus dem Kindermusikgeschäft zurückgezogen hatte, bringt am 20.03.2026 ihr zweites Album Bohnen Im Weltraum heraus.
Auf dem Album landen die drei Bohnen musikalisch ziemlich weit draußen! Intergalaktischer Disco- und Power-Pop über Schwerelosigkeit und Asteroiden. Oder Aliens, deren Lieblingseis überraschenderweise in Berlin-Prenzlauer Berg hergestellt wird.
Überhaupt haben die drei Bohnen von da oben einen guten Blick auf das Erdenleben: Nuss-Nougat-Creme, Faulenzen, Achterbahn und: LÄUSE!
Ja, kein Kita- oder Schuljahr vergeht mehr ohne Läusekur! Einmal alle Kuscheltiere in die Kühltruhe! Sofort!
Es war längst überfällig, diesen kleinen nervigen Mini-Aliens einen Song zu widmen.
Hier kommt das frische Video aus dem StuStuStudiolein von Ramin Bijan, der nicht nur ein ausgezeichneter Musiker und Musikproduzent ist, sondern inzwischen auch Videos kann:
Das Album erscheint in Digitalien, als Galakto-Token und als eine auf 100 Stück limitierte Vinyl-Edition! Und: Es gibt das tolle HALF BAKED Fanzine dazu! Von Art-Direktorin Stefanie Piehl!
Mit tollen Funfacts, Spielen, einer kunterbunten Lovestory und einem Bohnoskop für alle Ewigkeit!
Das kosmische Reise-Paket für die ganze Familie kann hier bei der Hanseplatte vorbestellt werden.
EL OCEANO
Abschließend noch zwei weitere Musik-Tipps aus dem Staatsakt-Multiverse: Einmal von Reverend Dabeler, der erst neulich bei Carsten Meyers B-Sexy-Label das Album „Frankfurter Jazzockschule 2“ herausgebracht hat. Wäre diese Musik auf einer Private Press Vinyl in den 80er Jahren erschienen, würden die Leute heute locker dafür 100 Euro ausgeben.
https://www.youtube.com/watch?v=4fnmAXkpLx0
Es gibt noch ein paar günstige Restexemplare der limitierten Tape-Auflage.
(Für nur 15 Euro!)
Und hier quasi umsonst: Das Solo-Album des Os Barbapapas Gitarristen Ruben Da Selva mit dem Titel Kisses. Psychedelische Guitar-Jams from the heart of Sao Paulo!
The Soul of ein immer noch mögliches Mercosur-Abkommen?!
Who knows?!
Euer:
Staatsakt.




