Wieder nur Lieder
Was sollen wir sagen?! Ja, wo fangen wir an?! Ohne die Band Die Türen gäbe es dieses Label nicht. Die Türen allein haben schon sehr viele Transformationsprozesse durchgemacht.
Von einer der ersten Indiecomputerplatten dieses Landes (Das Herz war Nihilismus) über Prekaritäts-Soul (Popo) bis zum Krautrock-Größenwahn (Exoterik).
Und es gab eben immer wieder auch Seitenprojekte und Ableger, die nicht unter dem Namen Die Türen die Runde machen. Wir sind der Mann von Der Mann kommt einem in den Sinn oder die Kinderpoppunkband Baked Beans (Hast Du Bohnen auf den Ohren?).
Heute erscheint das Album Wieder nur Lieder von der Gruppe Investment. Und so gibt es nach Die Türen und Der Mann nun eine dritte Band, die Ramin Bijan, Gunther Osburg und Maurice Summen zusammen gegründet haben! Warum?! Weil sie es können.
Wieder haben sie viel Zeit und Energie in Musik investiert und damit aus der Perspektive vieler kultureller Sparfüchse sicher ihre Zeit verschwendet. Vielleicht lohnt es sich an dieser Stelle nochmal bei Georges Bataille und seiner Idee der reinen Verschwendung nachzulesen – speziell in „Der verfemte Teil“.
Bataille entwickelte die Theorie, dass der Mensch immer mehr Energie zur Verfügung hat, als zur Lebenserhaltung notwendig ist. Klar, eine ziemlich wohlstandsverwöhnte Sicht auf die Welt.
Aber es lohnt sich trotzdem, ihm ein Stück weiter zu folgen. Denn Bataille dachte darüber hinaus, dass der überschüssige Teil unbedingt verschwendet werden muss: im Fest oder der Kunst. Wächst eine Ökonomie aber ungehemmt weiter, ohne dass sie ihre Überschüsse bewusst und unproduktiv vergeudet, entlädt sich die überschüssige Energie irgendwann in gewaltsamen und zerstörerischen Ausbrüchen wie Kriegen.
Ja, was sagt Ihr Anlageberater in der Stadtsparkasse dazu?!
Unserer kleinen Investment-Band ist dieses Album jedenfalls ein großes Fest! Das Cover zeigt einen Spielautomaten – einen von dem Grafiker-Designer Nader Shousha mit KI bearbeiteten Drei Sonnen Automaten, vor dem die Menschen in den 80er-Jahren noch besoffen in der Kneipe ums Eck saßen und darin ihr Geld verjubelt haben, in der Hoffnung auf vielleicht eine Runde Sonderspiele. Und klar, sicher auch auf einen saftigen Gewinn. Auch wenn er äußerst unwahrscheinlich war.
Ein schönes Sinnbild für das, was sich die Tech-Bros gerade von der AI erhoffen, die ja gestern per Dekret in den USA „Super Intelligence“ heißt. Eine Runde Sonderspiele! Und maximalen Profit.
Wir hatten am Mittwoch einen sehr schönen Kinoabend in Berlin, wo wir das Album als Lyrikvideofilm gezeigt haben – mit anschließendem Talk mit Silke Super und einem kleinen Live-Set!
Leider müssen wir nun die geplanten Veranstaltungen in Hamburg und Köln absagen. Der Vorverkauf lief leider zu dürftig! Ja, so leicht ist das eben alles nicht mit der Verschwendung…
Aber es gibt eine schöne, auf 300 Stück limitierte Vinyl-Ausgabe, für die Ihr Euer Geld heute verschwenden könnt. Und dann ist heute auch noch Bandcamp-Friday!
Weiter erscheint heute wie versprochen die zweite Single Hungry Heart von FRIBERTY als Video und Single.
Auch hier sei augenzwinkernd nochmal auf den Bandcamp-Friday hingewiesen. Das FRIBERTY–Album ist ebenfalls auf 300 Stück limitiert und erscheint am 30.10.2026.
Außerdem freuen wir uns heute auf unserem international/outernational Sublabel Fun In The Church auf das Comeback vom Melt Trio: Berlins Jazz-Fusion-Kraut-Band unseres Vertrauens.
Ihr neues Album erscheint am 05.02.2027. Heute gibt es bereits die erste Single „Groove Tree“.
Abschließend noch ein Hinweis auf den hörenswerten Investment-Podcast Der interrationale Frühschoppen. In der neuen Folge ist Ruben Jonas Schnell von ByteFM zu Gast.
Ein Gespräch mit Laber-Host Maurice Summen über Investment im Pop, über Medienpartnerschaften und die Problembeziehung von Kultur und Werbung. Über Wieder nur Lieder und den vielleicht tollsten Radiosender dieses Landes.
In diesem Sinne: Verschwendet Euch!
Euer
Staatsakt.






