Love Language Model
Hallo zusammen! Inzwischen kommt uns dieses Format schon wie ein Landtagswahlen-Newsletter vor. Dabei wollen wir doch nur unsere Schallplatten verkaufen. Dennoch freuen wir uns hier in Berlin über den Sieg der Linken und über einen möglichen Regierungswechsel. Dass seit Sonntag fast nur noch über das Antisemitismus-Problem in der Berliner Linken gesprochen wird, ist wirklich sehr bedauerlich! Als ob bezahlbarer Wohnraum nicht schon Thema genug wäre.
Ein Leben in Würde.
Auch interessant in diesem Kontext ist, dass wirklich niemand über das Korruptionsproblem in der Berliner CDU spricht. Also die „Untreue in einem besonders schweren Fall“, weswegen ja auch die letzte Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson gehen musste, nachdem ihr Vorgänger Joe Chialo ihr einen echten Trümmerhaufen überlassen hatte. Dass ausgerechnet im Umfeld von Kulturförderung und Antisemitismus-Prävention wegen schwerer Untreue ermittelt werden muss, zeigt doch, wo das eigentliche Problem liegt.
Darum: Niemand von uns kann ernsthaft ein „Weiter so!“ mit einem CDU-Bürgermeister wollen! Das Antisemitismus-Problem – vor allem in der Neuköllner Linken – sehen wir durchaus auch, aber wir sehen eben auch eine korruptionsanfällige und in vielen politischen Fragen völlig inkompetente Union. Die Grünen und die SPD sollten sich jetzt mit den Linken zusammen unbedingt alle Mühe geben, ein gemeinsames Bündnis hinzubekommen, allein, um den vielen hoffnungsvollen Jungwähler:innen das Gefühl von politischer Teilhabe zu geben.
Schwarz-Rot jedenfalls ist abgewählt!
In diesen politischen Möglichkeitsraum hinein veröffentlichen wir heute das vierte Album der Berliner Musikerin Katharina Kollmann aka Nichtseattle. Es trägt den schönen Titel Große Liebe und erzählt von Liebe als universeller Sprache, losgelöst von bürgerlichen Kategorien, der heiligen Familie, Besitzstandswahrung oder dem Antichristen!
Nichtseattle macht eine berührende Sippensoulmusik, die mal nach Liedermacher:innen aus dem ehemaligen Ostdeutschland klingt, dann wieder nach US-amerikanischen Indierockstars!
Katharina Kollmann bewegt sich ganz selbstverständlich durch diese Welten hindurch und sucht in ihren Songs vor allem nach Verständigung.
Das Album – nur echt mit von der Künstlerin selbst gezeichnetem River-Cola-Cover und von ihr verfassten Liner Notes – gibt es in unterschiedlichen Varianten, etwa auf blauem Vinyl bei JPC:
https://www.jpc.de/jpcng/poprock/detail/-/art/nichtseattle-grosse-liebe/hnum/12766982
auf weißem Vinyl bei HHV
und auf schwarzem Vinyl bei uns auf dem Bandcamp-Kanal.
https://nichtseattle.bandcamp.com/album/gro-e-liebe
Und bei jedem gut sortierten Plattenladen.
Eine CD-Ausgabe gibt es auch.
Schon letzte Woche erschienen ist das Album Hatun von der Münchener Sängerin Sinem, die unser Freund Sebastian Reier einst als „Iggy Türkpop“ bezeichnet hat.
Türkischer Folk und Anadolu verschmelzen hier ganz selbstverständlich mit Post-Punk und Indierock, und erstmalig hören wir von ihr und ihrem Produzenten und Schlagzeuger Tom Wu nicht nur Coverversionen, sondern auch sehr gelungene Eigenkompositionen. Bana Ne ist einer dieser neuen Sinem-Tunes! Im Video bewegt sie sich durch die Matrix des Plattenbaus vom Arabellapark/Hasenbergl. Ja, all is full of love! Je nachdem, wie wir drauf schauen.
Von München zurück nach Berlin, wo ein gewisser Jens Friebe sich nach längerer Auszeit wieder langsam, aber zielsicher zurück ins Rampenlicht bewegt.
Unter dem Codenamen FRIBERTY veröffentlicht er Ende Oktober sein Debütalbum. Der große Unterschied zwischen Friebes bisherigem Schaffen und dem neuen Projektnamen ist vor allem der Umstand, dass he does not sing in German anymore. Right, he is singing in English!
Nicht, dass er das nicht schon mal getan hätte, etwa auf dem Friebe-Album Fuck Penetration.
Aber die Songs auf FRIBERTY I sind eben ausschließlich in englischer Sprache geschrieben und gesungen.
Und: FRIBERTY I ist ein Synth-Pop-Album. Indierock findet sich auf diesem Album maximal als Zitat. Die erste Single trägt den Titel Empathy und passt sehr schön in unser liebevolles Herbstprogramm.
Ja, ohne Mitgefühl keine Liebe! Kein kluger Verstand und auch keine vernünftige Politik.
Jens Friebe hat zusammen mit Juno Meinecke zu fast jedem Song auf dem Album ein Video produziert. Es werden nun im 7-Tage-Abstand – ja, nach 7 Tagen erschuf Gott den Sonntag und das Fernsehprogramm – neue Videos und Songs auf den Streaming-Plattformen dieser Welt erscheinen.
Am 30.10. dann FRIBERTY I – auch als eine auf 300 Stück limitierte Vinyl-Edition.
Hier aber erstmal das Video zu Empathy. O-Ton von Jens Friebe, der diesen Song unbedingt nicht als Friede Freude Sahne Pop-Schlager missverstanden wissen möchte:
„Kritik eines scheinheiligen Kampfbegriffs. Im Hintergrund sehen wir das Hindenburg-Desaster“:
Auch schon in der letzten Woche erschienen ist eine neue Single von Tom Taschenmesser, unserem liebsten Barden aus Wuppertal. Sein Album Der nichts weiss den man nicht fragt mussten wir aus Gründen auf den 22.01.2027 schieben.
Ansonsten hoffen wir, Euch alle bei den INVESTMENT-Kinoabenden zu sehen.
Am 30.09.2026 hier in Berlin!
https://www.colosseumberlin.com/details-registrierung/investment
Abschließend senden wir noch mal Glückwünsche an Ozan Ata Canani für den Preis des besten Albums 2025 bei den VIA-Awards des VUT (Die Demokratie) und an Bretford Records für den Preis des besten Musiklabels. Bretford veröffentlichen heute das neue Album des Chuckamuck-Ablegers Die Verlierer mit dem schönen Titel Ideale.
Alles Liebe!
Euer
Staatsakt.





