An den Reglern
Das war der beängstigendste Sommer unseres Lebens – auch wenn der kalendarische Herbst erst Ende September beginnt. Beängstigend war er vor allem, weil einem die politisch Verantwortlichen einfach wirklich nicht das Gefühl geben können, den Ernst der Lage zu erkennen und einen überzeugenden Maßnahmenkatalog im Hinblick auf den Klimawandel und seine immer schwerwiegenderen Folgen zu erarbeiten.
Ja, wie praktisch war es für all diese palavernden Politiker:innen der viel beschworenen politischen Mitte, als man sich in Talkshows noch kritisch zu Fridays for Future oder den Klimaklebern äußern konnte. Ja, sind diese jungen Leute überhaupt noch Staatsbürger:innen oder nicht schon Klima-Terrorist:innen?!
Heute fliehen kritische Citizens im Hochsommer ins klimatisierte Cineplex und schauen sich Christopher Nolans Verfilmung der Odyssee an. Ja, bitte: Eine große Portion gesalzenes Popcorn! Der Film dauert 3 Stunden – und die Shitshow da draußen noch eine halbe Ewigkeit!
Und kaum neigt sich dieser Sommer dem Ende zu, geht es auch schon gleich in die Landtagswahlen. Statt sich jetzt in gesellschaftlichen Diskursen ernsthaft mit dem Schutz vulnerabler Gruppen auseinanderzusetzen, jazzen wir täglich Umfrageergebnisse aus Sachsen-Anhalt (Achtung AfD!) oder Berlin (Die Linke!) durch die Presse. Staatsmedien werden von mehr als einem Viertel der Gesellschaft längst in MAGA-Manier als Fake-News oder Deep-State-Propaganda abgetan. Jeder TikTok-Dulli scheint einfach näher dran an der eigenen gefühlten Wahrheit! So diffus und unreflektiert sie auch immer sein mag. Nein, anders: Je unreflektierter der Mensch ist, desto näher ist er oder sie auch an der Meinung irgendwelcher TikTok-Dullis. Das Sein bestimmt eben nicht nur das Bewusstsein, sondern eben auch die Inhalte in der eigenen Social-Media-Timeline.
Und ja, der sogenannte Reformstau im Sozialstaat und Gesundheitswesen müsste sicher auch schon seit vorgestern angegangen werden. Aber das, was wir gerade versäumen auf den Weg zu bringen, wird mit politischen Reformen später eben nicht mehr zu korrigieren sein. So viel man dem German Engineering hierzulande auf lange Sicht auch zutrauen mag! Und eine Gesellschaft, die eben nur im wirtschaftlichen Wachstumsmodus funktioniert, hat offenbar ihre Grenzen – ob man das nun akzeptieren will oder nicht!
Die ganzen neu entstehenden Rechenzentren und die daran hängenden AI-Companies als ultimative Wachstumsmaschinen zu begreifen, ist möglicherweise der größte politische wie wirtschaftliche Fehler unserer Gegenwart. Und vom ökologischen Fußabdruck schweren Kriegsgeräts redet längst keiner mehr! Hauptsache Wachstum! Koste es, was es wolle!
In diesen schwierigen Herbst hinein ist es uns im Mut der Verzweiflung eine große Freude, das Album der KAMERUN QRELLA GROUP anzukündigen! Initiatoren dieser Pop-Gruppe sind Masha Qrella und Schorsch Kamerun, die sich zusammengetan haben, um sich ausgehend von ihrem Album Abteilung blühende Landschaften mit kritischen Fragen der deutschen Wiedervereinigung auseinanderzusetzen. Aber nicht etwa im Markus-Lanz-Mainstream, sondern eher im SPEX-igen Underground, der längst die staatlichen Theaterbühnen bespielt, in Grünen-Thinktanks hockt oder Indie-Labels kuratiert. Ja, meinen die etwa auch uns?!
Ganz bestimmt tun sie das.
Ihre erste Single trägt den Titel An den Reglern und fragt in alle Himmelsrichtungen:
„Wer schließt wo wen aus und wer drängt wo wen raus?!“
Diese Frage richtet sich an alle Politiker:innen, Lobbyist:innen, Kulturarbeiter:innen und Konsument:innen. Also an uns alle!
Das Video zum Song stammt von Diana Näcke und zeigt die beiden Initiator:innen beim Car-Wash.
An diesem Wochenende findet pünktlich zur Single-Veröffentlichung die OST-WEST-KANTINE im Das Minsk in Potsdam statt. Die KAMERUN QRELLA GROUP wird dort Lieder aufführen und Rede und Antwort stehen.
https://dasminsk.de/kalender/9422/ost_west_kantine
Abteilung blühende Landschaften erscheint am 20.11.2026. Das Album bringt Mashas Pop-Feeling und Schorschs Agit-Gesang im Wiedervereinigungs-Duett zusammen.
Eine ausgiebige Tour ist bereits für Februar 2027 via DRIFT-Booking in Planung – in Ost und West.
Von Potsdam nach Bielefeld: Hier haben wir vor ungefähr 6 Jahren das damals noch sehr junge Popduo GIRLWOMAN entdeckt, das mit seiner Mischung aus EDM und Indiepop rasch sehr viel Aufmerksamkeit auf sich zog und kurz vor dem Durchbruch stand. Songs wie Rote Riesen schlafen nicht waren club- wie radiokompatibel, dark und voller surrealer Verschiebungen. Geister, Monster und Durstlöscher!
Pünktlich zur Album-VÖ von Das große Ganze ereignete sich dann die Pandemie – und direkt darauf der Ukraine-Krieg, der vor allem für Sängerin Axana eine besondere Zumutung war, da sie russische Wurzeln und Angehörige in der Ukraine hat.
Wo sie hier gerade beide in einem Newsletter auftauchen: Masha Qrella hat ebenfalls russische Wurzeln!
Girlwoman sind jedenfalls nach mehr oder weniger durchstandenen Multikrisen wieder zurück mit ihrer neuen Single Tunnelblick, die den Zeitgeist der Pop-Gegenwart 2026 hervorragend widerspiegelt.
Ihr neues Album Wo ich war erscheint am 13.11.2026! Es wird übrigens das erste Album in der Staatsakt-Historie sein, das auf expliziten Wunsch der Künstler:innen nicht mehr auf Vinyl erscheint.
Von Bielefeld zurück in die Berliner U-Bahnhöfe: Hier verdient der in Argentinien aufgewachsene Straßenmusiker Sergio Torales seit fast 10 Jahren seinen Lebensunterhalt. Tom „Der Assistent“ Hessler war eines Tages so begeistert von Sergios Sound, dass er beschloss, ein Album mit ihm aufzunehmen.
Heute erscheint die zweite Single Veo des am 16.10.2026 erscheinenden Albums „Interstellar Bedroom“ auf unserem Outernational-Sublabel Fun In The Church.
„Endlich jemand, der seinen inneren Chris Rea channelt“ – Christoph Linder (Planet Rock Booking).
Inzwischen – also seit der letzten Ausgabe dieses Newsletters – sind sowohl die zweite neue Single von NICHTSEATTLE mit dem Titel Meine Ladies als auch die zweite Single von INVESTMENT mit dem Titel Der Tracker erschienen.
Das Video zur neuen NICHTSEATTLE-Single findet sich hier:
Eine neue Podcast-Folge zum neuen Investment-Song findet sich in ihrem „Internationalen Frühschoppen“ z. B. hier:
https://shows.acast.com/investment
Das Doppel-Album Große Liebe von NICHTSEATTLE erscheint am 25.09.2026.
Bei JPC gibt es eine streng limitierte blaue Vinyl-Edition:
https://short-url.cc/1CwNR
Bei HHV eine Edition mit blütenweißen Scheiben:
https://short-url.cc/1wPvT
Für den Kauf des Investment-Albums Wieder nur Lieder empfehlen wir, das schwarze Vinyl bei der Hanseplatte zu kaufen (auf 300 Stück limitiert):
https://hanseplatte.de/shop/pr-05258-wieder-nur-lieder-4760
Oder besucht einen der Wieder nur Lieder-Kinoabende, bei denen das Vinyl im Anschluss an den Lyrik-Videofilm mit kleinem Konzert sicher auch zu erwerben sein wird!
Karten sind im VVK mit einem Klick hier in der Linkschleuder erhältlich:
Am 30.09. in Berlin:
https://www.colosseumberlin.com/details-registrierung/investment
Am 04.10. in Hamburg:
https://tickets.centralkomitee.de/product/97787/maurice-summen-gunther-osburg-und-ramin-bijan-centralkomitee-hamburg-am-04-10-2026
Am 05.10. in Köln:
https://booking.cinetixx.de/frontend/#/movie/1332363123/3575294984
Ansonsten sehen wir uns heute Abend vielleicht bei Chris Imler auf dem Pop-Kultur-Festival in Berlin (erste Reihe!).
Und beinahe vergessen: Die neue Olafur-Mowa-Single „Heaven is a Hotel Room With You“ ist auch schon seit einer Woche draußen!
Sein tolles Debüt-Album Post Internet Era erscheint dann endlich am 11.09. – ja, auch auf Vinyl!
Euer:
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