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Zeitschleife

Welches Jahr schreiben wir eigentlich gerade? Wir scheinen alle in einer Art Zeit-Loop gefangen. Friedrich Merz will Kanzler werden und Die Ärzte grinsen nach wie vor frech vom Musikexpress-Cover. Die beste Band der Welt! Nee, klar. Schon verstanden.
Wir haben die Zeitschleife noch etwas weiter gedreht und präsentieren euch heute ein neues Lied von Kurt Tucholsky! Was? Der Kurt Tucholsky? Ja, genau. Sein neuer Song Zuckerbrot & Peitsche wurde nicht etwa von einer KI generiert, sondern von Robert Stadlober gesungen und komponiert. Denn der Liedtext war ursprünglich nur ein Gedicht.


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Unter dem Titel Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut erscheint am 30.08. bei staatsakt eine formidable Langspielplatte von Stadlober mit vertonten Tucholsky-Gedichten. Und schon Ende Mai erscheint bei unseren Freund:innen vom Verbrecher-Verlag der gleichnamige Gedichtband.

Stadlober hat die Texte für uns ausgewählt und ein paar liebevolle Worte drum herum formuliert. Es ist jedenfalls erstaunlich, wie gut diese Texte in diese Zeit – Loop ein oder aus – hinein passen.

Und das ist im Hinblick auf Tucholsky’s explizit antifaschistischer Schreibe auch nicht weiter verwunderlich.


Weiter geht’s zurück, bzw. aus Tucholsky-Sicht ja wieder nach vorn in die späten 90er Jahre in Berlin, als Musiker:innen wie Masha Qrella einen neuen Indietronic-Pop am heimischen Laptop erfanden, befreit von der Macht alter Rockmänner und ihren überteuerten, analogen Studios. Auch Masha’s Freundin Julia Kliemann brachte als KOMËIT ein paar tolle Scheiben in diesem Experimentierfeld heraus. Nun erscheint Ende Juni ein neues Album der beiden Musikerinnen zusammen unter dem Bandnamen HALO. Masha und Julia hatten vor 10 Jahren mit diesem Album angefangen, und es letztes Jahr endlich fertig gestellt.

Als Vinyl erscheint ihr Album In The Company Of No One bei Edition Dur, dem Boutique-Label vom Kulturkaufhaus Dussmann in Berlin. In Digitalien kümmert sich Fun In The Church, unser outernational Music Label um Halo in space.

Hier ein erstes Video von Diana Näcke zur ersten Single:


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Wir bleiben outernational. Denn der „outernational Musiker schlechthin“ (Booty Carrell) mit Namen Viktor Marek, der gerade schwer beschäftigt ist mit der Fertigstellung von Sufi Dub Brothers 2, geht im Juni erneut zusammen mit Les Soeurs Doga aus Burkina Faso auf Tour!

01.06. CH Düdingen Bad Bonn Kilbi
04.06. DE Dinslaken Kutscherstube
05.06. DE Wuppertal Café SWANE
06.06. DE Leipzig SPLNK
07.06. DE Halle Pierre Grasse
08.06. DE Chemnitz Kosmos
09.06. NL Terschelling Oerol
13.06. DE Berlin Klunkerkranich
14.06. DE Hamburg Nachtasyl
15.06. DE Göttingen Good Good Festival

Im letzten Jahr nahmen sie bereits erste Songs auf. Das Ergebnis findet sich Ende Mai auf einer Vinyl-Single! In streng-limitierte 200er Auflage! Hier vorzuhören und zu bestellen.

https://funinthechurch.bandcamp.com/album/bayiri


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Ebenfalls auf Europa-Tournee kommen in diesen Sommer die Os Barbapapas aus Sao Paulo! Ihren Western-Surf-Exotica-Space-Jazz mit Glasharfe zwischen Esquivel und Les Paul sollte man sich live auf gar keinen Fall entgehen lassen. Eine Redensart, die wunderbar zu einer Musik passt, die eh nicht zu fassen ist in all ihrer Groß- und Andersartigkeit! Also ja: Bitte nicht entgehen lassen!

14.06.2024 Göttingen. Good Good Festival
15.06.2024 CH-Kriens, B-Sides Festival
16.06.2024 CH-Zürich, Moods
22.06.2024 Berlin, Jazzexzess
23.06.2024 NL-Amsterdam, Amsterdam Roots Festival
26.06.2024 Lärz, Fusion
27.06.2024 Wuppertal, Internationales Begegnungszentrum
28.06.2024 Bremen, Theater Bremen
29.06.2024 Hamburg, Kampnagel
30.06.2024 Viechtach, Altes Spital
05.07.2024 Reutlingen, Franz K
08.07.2024 DK-Kopenhagen, Copenhagen Jazz Festival


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Und ja es ist wahr, dass Pedro von International Music diese Band einst auf seinen Reisen in Sao Paulo entdeckte, und es ist wahr, dass International Music am 06.09. ihr drittes Album Endless Rüttenscheid veröffentlichen werden. Nach 6-jährigem Praktikum bei Staatsakt haben sie nun ihr eigenes Label Timeless Melancholic Music gegründet, dass wir mit unserem angeschlossenen Musikverlag Summen & Score weiter betreuen werden. Auch kümmert sich der werte Kollege Göres weiterhin um ihre Öffentlichkeitsarbeit. Aber die Welt ist um ein Musik-Label reicher!

Hier kommt auch schon ihre erste Single Liebesformular, ein Power-Pop-Song für Sommerhochzeiten und Scheidungspartys gleichermaßen! Das Video sieht aus wie aus den 80ern! Oder waren es die 70er? Avantgardisten in den späten 60ern? Sieht jedenfalls ganz gut aus:


Wir verabschieden uns nun mit Stefanie Schranks Cover-Version von Air Supply’s All out of love (das Original stammt aus dem Jahre 1980). Sie ist in diesen Tagen wieder zusammen mit Andreas Dorau auf Tour. Und da wären wir auch schon am Ende unserer kleinen Zeitschleifenreise angekommen:

Tucholsky – Halo – Les Soeurs Doga & Viktor Marek– Os Barbapapas – International Music – Stefanie Schrank. Und das alles in unter 4000 Zeichen.

Wünschen euch allen funky Pfingsten! Möge der heilige Geist durch Euch hindurch fahren! Dabei die Sonnencreme nicht vergessen!

Euer:
Staatsakt.

PS: Wer es noch nicht getan hat, unterschreibt unter dem folgenden Link bitte unbedingt die Online-Petition für den Erhalt der BLO-Ateliers in Berlin:

https://www.change.org/p/retten-sie-berlins-kunst-oase-verhindern-sie-die-schließung-der-b-l-o-ateliers?recruiter=88310895