Während im Pop-Feuilleton immer noch diskutiert wird, ob das neue Taylor Swift Album nur Durchschnittsware oder nicht doch ein bisschen besser oder schlechter ist, das EU-Parlament offenbar gerade so etwas wie ein religiöses Gefühl für (FLEISCH!)-Wurst entwickelt hat, kommt die Nachricht rein, das Israel und die Hamas dem Abkommen zur ersten Phase des Friedensplans von Trump & Co zugestimmt haben. Und auch wenn es uns inzwischen fast unmöglich scheint, so etwas wie Freude im Zusammenhang mit Trump & Co. zu empfinden, scheint das doch erstmal eine gute Nachricht zu sein. Die parallel dazu laufende Nobelpreis-Debatte ist vor allem eins: clickbait.
Liebe, Business und Demokratie
Wir könnten jetzt kilometerlange Texte über Jens Spahn, dem Maskenmann des Kapitals schreiben, über andere Dealmaker und Dealbreaker dieser Welt, über die Sommer-Stürme in Berlin oder über das Business-Modell NATO, ohne jetzt gleich schon wieder ein Putin-Versteher zu sein, versteht sich!
Aber wir schreiben lieber über neue Musik, denn es ist am Ende das einzige, wofür wir auch bezahlt werden.
Den Anfang machen PAULS JETS, die heute mit dem vielleicht längsten Songtitel des Jahres auftrumpfen: Ich habe Angst so ohne dich kann ich nicht leben oder kann ich doch ich glaub schon aber schön ists nicht. Der Titel ist jedenfalls so lang, dass er mit dem Bandnamen zusammen nicht in die You-Tube-Titel-Beschreibung passt.
Der Song ist sehr toller Britpop aus Wien mit extra schmissigem La-La-La-Mitsingteil am Ende des Songs. Songwriter Paul Buschnegg bleibt ein absurdes Ausnahmetalent was die Schnittstelle von Alltagspoesie und Metaphysik angeht!
Anything Goes
DJ Patex ist diese Woche von uns gegangen, Wir werden die große Lehrerin der Zuversicht wirklich sehr vermissen. Toll, dass wir etwas Zeit mit ihr verbringen durften!
Nun, schwierig hier jetzt stumpf einfach so weiter zu schreiben. Aber DJ Patex hätte uns vermutlich dazu geraten, genau das zu tun.
Von der Stimmung passt an dieser Stelle vielleicht tatsächlich Anything Goes, die neuen Single von Pauls Jets, ganz gut.
Jazz und Integration
Liebe Music-Lovers! Heute erscheint das Doppel-Album Jazzfest von Pauls Jets. Eine echte Wundertüte zwischen Shoegaze, Postpunk, Krautrock, Power-Chillpop und Dub.
Was sich liest wie am Reißbrett ausgedacht klingt in Wirklichkeit überhaupt nicht so! Eher locker-flockig. Ziemlich spontan, immer stilsicher, dabei kollektiv forschend und immer sehr gekonnt die Kurve kriegend. „Ein psychedelisches Masterpiece des Jahres!“ befindet das Fachmagazin „Geist & Gehirn“.
Nun 🧐
Nun, während große Teile der Bevölkerung gerade einfach so tun, als könne man alle Fragen der Menschheit auf die Frage nach der Corona-Impfung reduzieren, wollen wir dieses Jahr gleich so kompliziert UND solidarisch wie eben möglich beginnen.
Jazzfest 🎷
Zugegeben: Auch wir sind während der anhaltenden Pandemie wieder mächtig auf den Jazz gekommen. Eine Freejazz oder Improv-Session sagt einfach so viel mehr über den Zustand der Welt als jeder Popsong.
Ha! Und zack sind wir auch schon mittendrin im Jazztanten- und Onkel Gelaber.