Bohnen und Offenbarungen

Benzinpreise! Damit dieses Wort auch in diesem Text steht, stellen wir es ganz selbstverständlich an den Anfang. Ja, wen kümmern schon die vielen zivilen Opfer im Iran oder Libanon?! Gemessen wird der Schaden, der durch den „Neuen Golfkrieg“ entsteht, hierzulande nun mal an der Tankstelle um die Ecke.
Dass sich die MAGAs mit dem „mächtigsten Mann der Welt“ (Maischberger) nun tatsächlich als Protagonisten aus der Johannes-Offenbarung verstehen, also als Handelnde in einer biblischen Prophezeiung, um das Comeback von Jesus voranzutreiben, ist wirklich komplett irre.

Die alltägliche FRONT

Während die einen Bilder vom Bruce Springsteen und seiner E-Street-Band aus dem Olympiastadion in Berlin posten, senden die anderen Brian Wilson Kondolenzen oder Fotos von Sabrina Carpenter als Hund.
Dazwischen die täglichen Gaza-Verzweiflungs-Beiträge mit grausamen Bildern, das „Gummigeschoss auf eine australische Reporterin in LA“- Meme und neueste Nicht-Erkenntnisse aus Graz. Ja, wie konnte das alles nur passieren?! Ja, wie…. Schrecklich!
Die Ukraine erlebt nach ihrer erfolgreichen Militäraktion von neulich die schwersten Gegenangriffe und ein namhafter Teil der SPD hat nun ganz offiziell keinen Bock mehr auf Aufrüstung und Krieg und möchte lieber wieder den Dialog mit Putin suchen.

Vor über 40 Jahren gab sich eine Band aus Hamburg den Namen FRONT, und verarbeitete in ihrer Musik den Wahnsinn ihrer Zeit. Damals war der Krieg zwischen West und Ost zwar noch kalt, aber nicht weniger bedrohlich.

Zart & Zeit

Ich könnte stundenlang darüber nachdenken, ob „Zeit & Zart“ oder „Zart & Zeit“ die richtige Überschrift für diesen Newsletter ist. Dabei sind Zeit und Zart einfach nur die Titel unserer Singles der Woche im ersten Staatsakt-Newsletter unter Bundeskanzler Friedrich Merz, der ja nun entschieden gegen die Viertagewoche und einer wie auch immer gearteten „Work-Life-Balance“ anregieren möchte. Ja, so kann es wirklich nicht weitergehen!

Der Spiegel verkündete gleich zu Beginn dieser Woche, dass Deutschland seine Klimaziele nun doch erreichen wird, und das nicht etwa aus politischer Überzeugung, sondern wegen der schlechten Konjunktur.

Fahrendes Volk (Dub-Version)

Zentrale Fragen im Musikgeschäft: Bringe ich ein Album heraus, um endlich wieder auf Tour zu gehen, oder fahre ich auf Tour, um mein neues Album zu promoten.
Die Zeiten, in denen sich eine Band einfach so einen guten Liveruf erspielen konnte, sind weitestgehend vorbei. Wobei das möglicherweise auch gar nicht so stimmt, und nur eine über viele Jahre nachgeplapperte Erzählung ist, von der am Ende vor allem Ticketing-Firmen und Streaming- wie Social-Media-Plattformen profitieren.
Das Geschäft der Aufmerksamkeitsökonomie.
Ja, genau liebe Veranstalter:innen! Hängt doch einfach mal wieder ein Poster auf oder ruft Eure liebsten Freunde an!

Front und Träume

Während in den Medien gerade immer wieder die Realität mit dem „Project 2025“ abgeglichen wird, also dem vorab veröffentlichten politischen Fahrplan der aktuellen Trump-Administration, dessen Existenz Trump im Wahlkampf selbstverständlich noch leugnete, fragt sich der eher links aufgestellte Kulturmensch zur Zeit, wovon man in so einer verlogenen Welt eigentlich noch träumen kann.
Wenn deutsche Politiker:innen sich in Talkshows damit rühmen, dass es doch ein Zeichen einer funktionierenden Demokratie sei, dass man überhaupt noch miteinander rede nach einem so harten, ebenfalls verlogenen Wahlkampf, möchte man schon fast eine Kerze für unsere neue Arbeitskoalition anzünden. Ja, möge das viele Geld, dass ja auch schon wieder nicht reichen wird, etwas nützen. Ja, geht bitte mit Gott, denn Gott hat ein unendlich großes Sondervermögen für uns:
Die Liebe.

Like a Polaroid picture

Es gibt aktuell wohl kein fiktives Unterhaltungsformat, das mit den täglichen Meldungen und Bewegtbildern aus dem weißen Haus mithalten kann. Ein Drama, ein Polit-Thriller und eine unfassliche Real-Satire in einem.

Das bewusst Anti-Intellektuelle, Mafia-Gang-mäßige, Macho-hafte, brutale wie skrupellose herrschaftliche Auftreten von Trump & Co. nimmt gerade jeden Tag so viel Raum ein, das eine neue Pop-Single eines Indiesternchens aus deutschen Landen ungefähr den Neuigkeitswert einer Werbe-Anzeige eines Produkts aus dem Hause Rügenwalder im kostenlosen Wochenblättchen hat.
Ja, genau: Das Veggieschnitzel diese Woche nur 2,90 Euro! Dabei explodieren gerade an anderer Stelle die Rindfleischpreise! Und zack! Da ist sie auch schon wieder. Die Forderung nach einer Dönerpreisbremse! Zugegeben: Das hat schon etwas mehr Punch…