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Freiheit, die ich meine

Hallo liebe Leser:innenschaft! Willkommen im ersten Staatsakt-Newsletter des Jahres 2025.

Gerade einmal 24 Tage sind bisher vergangen und das Jahr läuft schon wieder auf Hochtouren. Klar, wie auch sonst? Die Geister eines libertären Autoritarismus haben mit Donald Trump nun endlich wieder den globalen Anführer, den sie sich gewünscht haben.

Die Versprechungen von weniger Staat und noch mehr individueller Freiheit sind zwar größtenteils komplett unhaltbar, weil ja der Staat mit seinen unzähligen Aufgaben die Möglichkeiten zur freien Entfaltung überhaupt erst möglich macht, und in allen Gesellschaften doch immer auch der individuelle Kontostand über weitere Möglichkeiten der freien Entfaltung nach Gusto entscheidet. Aber klar, über all diese Grundregeln lässt sich als privilegiertes Gewohnheitstier sehr leicht hinwegsehen. Und auch klar: Kaum jemand freut sich am Ende des Tages über seinen neuen Steuerbescheid.

Spätestens seit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen individuellen Einschränkungen scheinen viele Menschen sich von der grundsätzlichen Idee einer Solidargemeinschaft nicht mehr so richtig überzeugen zu lassen.

Vielleicht haben sie die Amtsautorität, die sie während der Pandemie erlebt haben, als das Gegenteil einer Solidargemeinschaft empfunden. Vielleicht sind sie auch nur trotzig oder verspüren eine gewisse Lust an der Destruktivität.

Wie auch immer. Die mit der Pandemie verbundenen gesellschaftlichen Traumata in allen möglichen ideologischen Lagern bleiben größtenteils unverarbeitet. Und einen offenen gesellschaftlichen Diskurs gibt es nicht.

Auch weil wir uns überhaupt keine Zeit mehr zur Aufarbeitung mehr einräumen wollen!

Das Gegenteil ist der Fall: Der Leistungsdruck soll allgemein wieder zunehmen. Dem demografischen Wandel und dem daran hängenden Sozialstaat mit den damit verbundenen immensen Kosten zum Trotze!

In gut vier Wochen dürfen wir in Deutschland erneut eine sogenannte Richtungswahl tätigen. Die Option aber die Reichen oder wenigstens die Supereichen mehr zu besteuern und noch stärker in die Verantwortung zu nehmen, scheint für die meisten Wähler:innen kaum mehr vorstellbar.

Das fehlende Geld im Staatshaushalt oder auf dem Privatkonto mit einem wie auch immer geartetem Wirtschaftswachstum – die Union spricht aktuell gerne von 2% – konservativ zu erwirtschaften, scheint bei genauerer Betrachtung auch ziemlich unrealistisch.

Sich aber in solchen Zeiten grundsätzlich von der Idee eines (Sozial-)Staats abzuwenden ist komplett idiotisch.

Dass sich gewisse Leute dabei auch noch wie supercoole Dissidenten vorkommen, macht die Gesamtsituation für uns alle nicht leichter.

An dieser Stelle empfehlen wir den sehr guten Text von Georg Seeßlen in der vorletzten Jungle-World-Ausgabe. Ein Auszug aus seinem Buch „Der Un/Aufhaltsame Weg des Westens in die Antidemokratie“:
https://jungle.world/artikel/2025/03/trump-das-gute-volk-und-die-schlechte-gesellschaft


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Beim Völkischen denken wir dieser Tage natürlich sofort an Österreich! Die Gruppe Ja, Panik hat sich nun darum vorgenommen, aus Protest gegen das neue Rechts-Regime jede Woche einen neuen Track zu veröffentlichen. Es lohnt also das wöchentliche Studieren ihrer sozialen Medien. Wer Ideen einbringen möchte ist herzlich dazu eingeladen!


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Von Wien direkt nach München: Wir bringen heute nun endlich das Album „Köşk“ von SINEM heraus.

In Sinem’s Songs, die alle auf alten anatolischen Liedern beruhen, werden die offenbar zeitlosen Fragen der Solidarität und der Gerechtigkeit gestellt! She-Punk SINEM – auch bekannt als Iggy Türkpop -singt hier also gewisser Weise um unser aller Leben. Nicht mehr und nicht weniger.

Und das ist tatsächlich genauso gemeint, wie es da geschrieben steht.
Würde doch jede(r) Rapper:in sofort so unterschrieben!

Hier gibt es 100 clear SINEM-vinyls bei HHV käuflich zu erwerben:
https://www.hhv.de/records/artikel/sinem-kosk-hhv-exclusive-clear-vinyl-edition-1201096

Hier gibt es schwarze Vinyle bei der Hanseplatte:
https://hanseplatte.de/shop/pr-04204-kosk-3804


Chris-Imler-staatsakt

Ansonsten empfehlen wir unbedingt das neue Video von Markus S Fiedler und Chris Imler anzuschauen: Ein Lied und eine Videoarbeit über die Agoraphobie, der sogenannten Platzangst, die ja unbedingt nicht mit der Klaustrophobie zu verwechseln ist, auch wenn Underground-Star Naomie Klaus im Song als Gast auftritt.

Chris viertes Album „The Internet will break my heart“ wird immer noch am 28.02.2025 erscheinen.


Und so wünschen wir uns 2025 nicht nur, das Ihr all unsere Platten kauft und auf die Konzerte unserer Künstler:innen geht, sondern das wir gesamtgesellschaftlich den Solidaritätsgedanken wieder stärker ins Zentrum unserer politischen Überlegungen stellen. Und diese Überlegungen dürfen nicht einfach an unseren Landesgrenzen aufhören. Wir sind nun mal mit allen und allem komplett verbunden. Das wird uns sicher einen Haufen Kohle kosten, und sehr viel Kraft! Andererseits kostet es uns in der Alltagspraxis oft nur ein kleines Lächeln. Um an dieser Stelle einen alten Song unserer Haus und Hof-Band Die Türen zu zitieren:

„Ich will keinen Mindestlohn, ich will Mindestliebe, ich will auch kein Grundgehalt, ich will nur einen Grund zum Frieden. Da sein, da sein muss doch reichen, und die Reichen müssen da sein, wenn man sie braucht!“.

In diesem Sinne: Ride on!

Euer:
Staatsakt.