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Große Liebe – oder die Sommersonnenwende auf dem Kottbusser Damm

Willkommen im Juni der Entscheidungen. Nicht, dass der Mai nicht auch schon voller Entscheidungen gewesen wäre oder der Mensch im Juli plötzlich ohne Entscheidungsfragen dastünde, aber der Leidensdruck ist eben gerade jetzt besonders hoch. Da muss einfach jeden Tag darüber diskutiert werden, dass ganz dringend eine Entscheidung her muss. Möglicherweise spielt die bevorstehende Sommersonnenwende am 21. Juni mental eine Rolle. Also unbedingt noch vor dem Sommer fest entschieden zu sein.

So haben wir uns gleich zu Beginn dieses Monats dazu entschieden, die erste Single aus dem am 25.09. erscheinenden neuen Nichtseattle-Doppelalbum Große Liebe zu veröffentlichen. Die Single trägt den Titel Dallas und erinnert uns an die legendäre TV-Serie mit Romeo-und-Julia-Sujet im texanischen Ölgeschäft. Das Leben der Reichen und Schönen auf der Southfork-Ranch. Die dort sesshafte Familie Ewing verfügte über eigene Ölquellen und musste sich über aufmüpfige OPEC-Staaten im Nahen Osten keine Sorgen machen. Ganz im Gegenteil: Davon profitierte sie! Aber der eigentliche Treibstoff der Serie waren Affären und Intrigen. Der Patriarch J.R. Ewing, gespielt von Larry Hagman, hat das Fernsehpublikum schon in den 80er und 90er Jahren auf den Vibe des MAGA-Imperiums vorbereitet. Naja, streng genommen waren die Herren der Reaganomics ja auch schon ziemlich MAGA. „Let’s make America great again“ stand schon damals in der Hitparade ganz weit oben!

Was das neue Nichtseattle-Lied mit alledem zu tun hat?! Und mit der Idee von „Großer Liebe“, mit dem heute jeder Joghurt vermarktet wird?! Und dann soll es in diesem Song auch noch um Haltungsprobleme gehen.

Wie meinen?! Sitzen ist das neue Rauchen?! Naja, vielleicht sind es auch einfach nur diese ganzen Idioten da draußen, die einem dermaßen auf die Nerven gehen, dass der eigene Körper sich mittel- bis langfristig einfach hart verspannen muss. Weil bekannter Weise nunmal alles mit allem zusammenhängt.

Naja, erstmal ab aufs gemütliche Sofa. Wie schon damals beim Dallas gucken!

Und Film ab:

 

Von Dallas zu Dreams, der zweiten Single von WEIRD & EERIE, jener fantastischen neuen Avatar-, Doppelgänger- und Geisterband von Andreas Spechtl und Co. aus dem Internet. Dreams ist der Album-Opener und das wohl rockigste Song auf dem Album. Wer sich vor dem nicht fürchten muss, dem sind früher sicher auch schon mal die Geister von Primal Scream oder PiL begegnet. Das Debüt-Album „Folksongs from the www“ erscheint am 03.07.2026. Hier lang geht’s zum formschönen Visualizer von Markus S Fiedler.

Von Folksongs from the www zu Seeds Of The Unknown, dem neuen Album von Max Turner, ebenfalls auf Fun In The Church. Ebenfalls geisterhaft. Wer Folk, Blues, Soul, aber auch Dub und elektronische Musik mag, dem werden die Songs dieses kosmischen Travellers künftig ein treuer Reisebegleiter sein. Selten standen sich Zen-Buddhismus und Stax-Recordings so nahe. Das Album ist bereits letzte Woche erschienen, jetzt ist endlich auch das Vinyl auf dem irdischen Markt erhältlich, der alles für uns regelt, wenn nur die Rendite stimmt.

https://maxturner.bandcamp.com/album/seeds-of-the-unknown

Apropos Markt: Wie findet ihr eigentlich diese zwei extra provokanten politischen Forderungen, die wir in unserem hauseigenen Thinktank „Future & Eternity“ haben entwickeln lassen:

  • Die sofortige Abschaffung jeder Kulturförderung

  • Die Abschaffung des Wohngelds

Wir haben den Eindruck, dass sich allein mit der Durchsetzung dieser zwei politischen Ziele rasch ein revolutionärer Zustand in Deutschland herstellen ließe! Nun, es wird sehr wahrscheinlich nur ein Gedankenspiel bleiben, aber darum denkt doch bitte mal kurz drüber nach! Da fällt uns plötzlich wieder der Name der Partei ein, die unsere Hausband Die Türen immer schon mal gründen wollte: Die Rationalsozialisten (RAZIS). Auch nur so eine Idee. Naja, vielleicht hören wir ja bald endlich was von ihnen. Ist schließlich der Juni der Entscheidungen …

Bis zur Berliner Senatswahl im September treiben wir uns einfach lässig mit ELFI auf dem Kopfhörer auf dem Kottbusser Damm herum:

Dort begegnen wir Zackiboy, der auf seinem Wu-Toco-Clan-Album „Softy“ das Uncoole mit ganz eigenen Zaubertricks supercool macht!

Wir erwischen ihn, wie er gerade einen Softy-Sticker auf eine Laterne klebt. Frecherweise überklebt er einen Boards-Of-Canada-Sticker und filmt den Vorgang mit einer VHS-Videokamera. Er möchte das Tape noch diese Woche an den BLEEP-Mailorder schicken. Mal schauen, was passiert! Ein Softy aus Berlin hat Beef mit einer schottischen Ambient-Band?! Schöne Kampagne. Ob sein kleines, aber feines Hamburger Label misitunes es am Ende mit dem Space-Giganten WARP Records aufnehmen kann?! Möglicherweise wissen wir schon bald etwas mehr, wenn wir uns am 13.06. auf der von AmStart veranstalteten Releaseparty im tollen Salon Wellenmaschine in Kreuzberg herumtreiben.

Lustig in diesem Zusammenhang, dass es das MAGA-Team tatsächlich geschafft hat, den Boards-Of-Canada-Fans den Release von INFERNO zu versauen, indem das Team vom Weißen Haus ohne Erlaubnis einen neuen Boards-of-Canada-Track in einen Social-Media-Clip packte. Da ist auch in Deutschland noch eine Menge Potenzial. Einfach die neue Danger-Dan-Single auf dem wahlweise Weimer- oder Weidel-Instakanal als Musik einsetzen und wir alle haben wieder neuen Stoff zur:

  1. Empörung

  2. Kulturpolitischen Einordnung

  3. Eskalation

Ja, vielleicht sitzen die besten „Influencer“ für die eigenen Ideen ja am Ende immer im Lager der politischen Gegnerschaft. Re: Auch da mal drüber nachdenken!

Wir sehen uns erstmal morgen im echten Fanblock bei Erobique und seiner Erobigband in der Freiluftbühne Weißensee und zünden heute Abend noch eine Kerze für gutes Wetter in der nächstgelegenen Autobahnkapelle an!

Euer
Staatsakt mit Lastenfahrrad (vollgepackt mit guten Ideen)