Bohnen und Offenbarungen

Benzinpreise! Damit dieses Wort auch in diesem Text steht, stellen wir es ganz selbstverständlich an den Anfang. Ja, wen kümmern schon die vielen zivilen Opfer im Iran oder Libanon?! Gemessen wird der Schaden, der durch den „Neuen Golfkrieg“ entsteht, hierzulande nun mal an der Tankstelle um die Ecke.
Dass sich die MAGAs mit dem „mächtigsten Mann der Welt“ (Maischberger) nun tatsächlich als Protagonisten aus der Johannes-Offenbarung verstehen, also als Handelnde in einer biblischen Prophezeiung, um das Comeback von Jesus voranzutreiben, ist wirklich komplett irre.

Signale

Drei Newsletter in einem Monat?! Und dann auch noch im Februar?! Wo soll das alles noch hinführen?! Ja, entschuldigt bitte unser massives Mitteilungsbedürfnis, aber gemessen an der Tatsache, dass gerade täglich über 100.000 Songs rauskommen, sind wir doch noch recht moderat, was unsere Veröffentlichungspolitik angeht. Kommen wir lieber gleich zum ersten Thema:
Talk Shit Get High heißt die erste Single des Berliner Newcomers OLAFUR MOWA, den Insider:innen möglicherweise als Sänger und MC der Berliner Band GiGi Blow kennen dürften.

Kann denn Liebe Indie sein?

Hätte uns vor 20 Jahren jemand erzählt, dass wir einmal ein Album von Die Regierung herausbringen würden, wir hätten es für einen schönen Witz gehalten.
Aber wie sagte erst gestern noch Gunther Osburg zum Schreiber dieser Zeilen:

„Du musst mal raus aus Deinem linearen Mindset“.

Denn heute erscheint das bereits fünfte Album von Die Regierung in nur neun Jahren auf staatsakt. Immer Unbekannt knüpft nahtlos an die Vorgänger-LP Nur an, nur dass die neue Produktion noch viel mehr nach D.I.Y. im Sinne von sagen wir Guided-By-Voices-Platten klingt.

Nothing Deluxe

So allmählich bekommen wir eine Idee vom neuen Wachstumsmotor für Deutschland: Die Lohnnebenkosten steigen einfach weiter an, aber Überstunden werden bald zum Teil von der Besteuerung befreit sein. So zwingt man die arbeitende Bevölkerung also in die Mehrarbeit und verringert möglicherweise die Schwarzarbeit in gewissen Branchen – aber das Problem der chronischen Unterfinanzierung des Sozialstaats schiebt man weiter in irgendwelche Kommissionen und sogenannte Expert:innengremien. Mit dem Ziel, ihn weiter abzubauen.

KEINER STIRBT MEHR

Auch wenn es bereits Ende Januar ist, wünschen wir Euch an dieser Stelle nochmal nur das Beste für 2026: Gesundheit, Liebe, Glück und Mut. Wir werden es alle gut gebrauchen können!
Der Stresspegel war ja bereits Mitte Januar schon wieder auf einem neuen Rekordhoch angekommen.
Die MAGAs und ihr Vorgehen erinnern uns immer mehr an einen MARVEL-Film, nur leider ohne die Superhelden auf der anderen Seite. Aus dem Team FIFA kommen sie gewiss nicht. Ein Schelm, wer jetzt an die MAFIA denken muss!

5 JAHRE ZUKUNFT

Es gibt doch nichts über die Jahresrückblicke und Jahresbestenlisten. Noch einmal über alles freuen oder aufregen, und dann ist endlich Schluss. Bevor es in wenigen Tagen wieder von vorne losgeht. Das erste Viertel unseres neuen Jahrhunderts, das einst mit der apokalyptischen Angst vor dem Millennium-Bug (Y2K) begann, liegt bald hinter uns. Oder um es im Brainrot-Sprech zu sagen: Six-Seven.

Freshe Floskeln

Man muss sich als Label auch mal Fehler eingestehen.
Wir haben die Single Alles ist billig von Otto Von Bismarck mindestens zwei Wochen zu früh heraus gebracht. Heute zum Black Friday, auf dem Zenith der Black-Week angekommen, das wäre es doch gewesen!

„Aber hey!“, wollte ich jetzt schreiben. Dabei habe ich neulich noch bei Dax Werner auf seinem Bluesky-Account gelesen, dass nur Gen-X-Typen in meinem Alter noch die Floskel „Aber hey“ nutzen, um damit eine gewisse Lässigkeit vortäuschen.

Als Berufsjugendlicher sollte man natürlich aufpassen, sich mit veraltetem Vokabular nicht komplett verdächtig zu machen!

Berghain und Americana

Da hat die Pop-Journalie gerade die emotionale Wucht von Rosalias Klosterpop-Album überwunden, da kommt auch schon CharliXIX mit ihrem John Cale Feature um die Ecke.

Klassik, Flamenco, Techno, Hip-Hop, Indierock, alt und jung. Ja, was da in diesen Tagen nicht alles an spannender Musik zusammenkommt.

„Genau da, wo Hochkultur und Popkultur sich küssen, entsteht Neues“, heißt es auf dem Instakanal unseres Bundesministers für Kultur und Medien, der sich auch ganz begeistert vom neuen Rosalia-Album zeigt.

Vernetzt Euch – und leuchtet!

Wir sind immer noch ganz beseelt von der Holger-Czukay-Preis-Verleihung in Köln am vergangenen Montag. Das war vielleicht die schönste Preisverleihung, auf der wir je waren. Was natürlich auch am diesjährigen Preisträger Ozan Ata Canani lag. So eine unglaubliche Geschichte. Und wir sind stolz, als Menschen einen Teil dazu beigetragen zu haben.
Herzlichen Glückwunsch, lieber Ata Abi! Wir sind vor allem stolz auf Dich!
Und nochmal die herzlichsten Grüße an Sebastian Reier und 1000 Dank für Deine herzerwärmende Laudatio an diesem denkwürdigen Abend.

Wo wir schon beim Teil(en) von schönen Geschichten sind:
Über 10 % der Künstler:innen auf dem heute veröffentlichten „EMMI AID“, formally known als „TREE AID“-Sampler sind mit unserem Label verbunden.

Morgen sind wir Fantasy

Während im Pop-Feuilleton immer noch diskutiert wird, ob das neue Taylor Swift Album nur Durchschnittsware oder nicht doch ein bisschen besser oder schlechter ist, das EU-Parlament offenbar gerade so etwas wie ein religiöses Gefühl für (FLEISCH!)-Wurst entwickelt hat, kommt die Nachricht rein, das Israel und die Hamas dem Abkommen zur ersten Phase des Friedensplans von Trump & Co zugestimmt haben. Und auch wenn es uns inzwischen fast unmöglich scheint, so etwas wie Freude im Zusammenhang mit Trump & Co. zu empfinden, scheint das doch erstmal eine gute Nachricht zu sein. Die parallel dazu laufende Nobelpreis-Debatte ist vor allem eins: clickbait.