staatsakt-zoomies-indie-label

Berghain und Americana

Da hat die Pop-Journalie gerade die emotionale Wucht von Rosalias Klosterpop-Album überwunden, da kommt auch schon CharliXIX mit ihrem John Cale Feature um die Ecke.

Klassik, Flamenco, Techno, Hip-Hop, Indierock, alt und jung. Ja, was da in diesen Tagen nicht alles an spannender Musik zusammenkommt.

„Genau da, wo Hochkultur und Popkultur sich küssen, entsteht Neues“, heißt es auf dem Instakanal unseres Bundesministers für Kultur und Medien, der sich auch ganz begeistert vom neuen Rosalia-Album zeigt.

Dort ist gar die Rede von „einer neuen europäischen Bewegung, die klassische Formate neu denkt“ und freut sich auf den wohl geplanten Rosalia-Gig im Berghain, das als Joint-Venture mit der klassischen Oper aufgeführt werden soll. Noch nirgendwo sonst vernommen.

Aber der Bundesminister für Kultur und Medien wird es sicher wissen.

Da wenden wir uns doch heute als Grungeatlantiker lieber ganz entspannt der Americana zu, die schon vor über 150 Jahren die europäische Folklore, den Blues, die Kirchenlied und den Rhythmus einer sich rasant entwickelnden Industrialisierung und seinen ratternden Maschinensounds zusammen dachte – und fühlte.

Und dabei von Anfang an ohne die Differenz von Hoch- und Unterhaltungskultur auskam.


Phantom-Brake-ZOOMIES-Samuel-Wendland-staatsakt-label-3000px

So freuen uns heute auf die erste Veröffentlichung des Leipziger Künstlers Maxim Tschernych, der unter dem Moniker ZOOMIES herzerwärmende Americana-geschulte Popsongs aus dem Pyjama-Hemd schüttelt.

Sein erster Song Phantom Brake ist eine zärtliche kleine Ode an die Freundschaft, die Liebe und die aus alledem resultierende Gemeinschaft, die er uns gerne am Lagerfeuer vorspielt. Für April 2026 ist ein Album geplant, und im Mai eine Tournee.


OTTO-V-BISMARCK-JBeck-staatsakt-independent-1920px

Aber zurück nach Berlin, zurück in den urbanen Jungle.
Aber nicht weniger entspannt.

Der teilnehmende Profibeobachter Otto Von Bismarck bringt im Januar 2026 sein neues Album Hauptstadt der Schmerzen heraus und berichtet uns live & direct aus den Sphären der Prekarität. Versprechungen von Billig-Krediten, Billig-Produkten und am Ende: Ein billiges Leben, das schlussendlich für die ganze Gesellschaft zu einer extrem teuren Angelegenheit wird. Wir denken an Billiglöhne, die Renten- und Krankenkassen, an mangelnde Chancengleichheit, an Migration und Ghettoisierung, stellen uns Fragen nach notwendigen Aufstiegschancen usw.


Eine Kultur jedenfalls, die billig billigt, darf sich am Ende nicht über noch billigere KI-Lösungen beschweren.

Am Ende geht doch immer um den maximalen Profit derer, die sich gerade so sehr darüber freuen, das Rosalia was mit der komischen Oper im Berghain macht.

In diesem Sinne senden wir die herzlichsten Grüße aus München!

Eine Stadt, sie sich fast überall so anfühlt, als würde das Berghain gerade irgendwas mit der komischen Oper machen.

Sehr lustig hier im Stadtbild jedenfalls die Werbeaktion von Wolt in Co-Operation mit der Berliner Premium-Burger-Marke Burgermeister, die gerade ihren ersten Store in München eröffnet hat!

Wir empfehlen Euch die Veggie-Burger mit den leckeren Mushroom-Patties!

In diesem Sinne!

Euer:
Staatsakt.