Haupti Schnaupti

staatsakt. 12/2016

Was das heißen soll?! Keine Ahnung.

Kann nur sagen: Viel los gerade! Und kann mir nicht auch noch für Euch Gedanken machen, was das am Ende alles bedeuten soll.
Bin eh nur hier um Euch mitzuteilen, dass es endlich so weit ist. Denn heute erscheint Santo Klaus, der Staatsakt-Weihnachtssampler gegen Nazis.

Warum schon heute?! Damit Ihr das auf 300 Exemplare limitiertes Vinyl auch noch verschenken könnt.
Und weil der auch schon zu Nikolaus geht.
Aber Nikolaus war doch schon am Dienstag?!

Stimmt, aber veröffentlichen mit allem Pipapo, so mit Brief und Siegel vom Vertrieb kann man eben immer nur Freitags.
Also heute.

Und ja: Der Sampler ist unbedingt als Weihnachten gegen Nazis-Statement zu verstehen.
Denn es ist ja nicht so, als würden AfD-ler oder Pegida-Demonstranten nicht auch Weihnachten feiern. Auch wenn Jesus ein Flüchtlingskind war!

Na, CDU-Parteitag?!
Wie steht’s denn nun um die doppelte Staatsbürgerschaft?!
Kann Jesus auf dem Papier ein Deutscher und ein Iraner sein?!
Nein?!
Er muss ein Deutscher sein?!
Dachten wir uns schon...

Ein himmlisches Dankeschön von Staatsakt-Seite aus an alle Musiker und MusikerInnen auf diesem Sampler (Ja, Panik, Andreas Dorau, Patric Catani, NRBQ, Daniel Freitag, Der Mann, Lambert, Stefanie Schrank, SWT, Freeman, Albrecht Schrader und Erfolg), an Gereon Klug (für die Linernotes) und Markus Siegfried Fiedler für das fantastische Artwork!

Ein gewisser Primel Jola schickte uns übrigens über Nacht diesen Netz-Fund. Ein quasi-Musikclip zum Song Weihnachten bei den Kubitscheks von Der Mann.
Tom Waits in Mecklenburg-Vorpommern! Das muss damals gewesen sein. Oder schon morgen ?!

Auf den Schock eine Thermoskanne Glühwein!
Melden uns nächste Woche nochmal zurück.
Besinnlich und voller Nächstenliebe...

Euer: Staatsakt.

© Copyright 2006 - 2016 staatsakt.

60/40 ist auch nur 08/15

staatsakt. 11/2016

„Hast Du schon mal überlegt einen Verlag zu gründen?“, wurde ich vor ca. 7 Jahren von einem der größten Musikverlage der Welt gefragt.
„Wir schließen dann einen Co-Verlagsvertrag mit Dir, das bedeutet Du nimmst nach Gusto die Künstler und Künstlerinnen unter Vertrag, wir geben das Geld und machen für alle die Administration“.
Das Konzept klang simpel und schlüssig. Ich nippte genüsslich an meiner Pfeife sagte zu.
Und natürlich bekam ich für die Zusage auf dieses Angebot noch einen Check obendrauf.

So sichern sich die großen Musikverlagshäuser seit Jahrzehnten den Zugang zu den Szenen und erweitern so nicht nur ihr Repertoire, sondern setzen vor allem auf den potenziell nächsten Westernhagen, Grönemeyer oder Lindenberg. Es gibt nie einen Hitgaranten, aber immer eine Chance auf den nächsten großen Hit! Oder jemanden, der einen solchen schreiben kann...

Wer nicht genau weiß, wie das Musikverlagswesen funktioniert, dem sei das an dieser Stelle kurz erklärt: Der Urheber schließt einen Vertrag mit einem Verlag ab, dem er die Administration seiner Werke auf Basis seiner Rechte übergibt. Der Verlag bekommt dann auf Lebenszeit 40% der Einnahmen, die über die GEMA eingesammelt werden. Für gewöhnlich lockt der Verleger den ewig klammen Musikus und Musikussinnen mit einer saftigen Vorschusszahlung, die der Künstler oder die Künstlerin normalerweise in voller Gänze an den Verlag zurückzahlen muss.
Ein ziemlich teurer Kredit, wenn man dabei an die 40% Anteil auf Lebenszeit nach Rückzahlung der Vorschussleistung denkt.

Das Ich. Das Urteil.

Nun hat das Berliner Kammergericht nach einer Klage von Bruno-Gert Kramm und Stefan Ackermann von der Neuen-Deutschen-Todeskunst-Band Das Ich beschlossen, dass es nicht rechtens ist, das die Verlage direkt von der GEMA die besagten 40% kassieren, weil das Geld ureigentlich in voller Gänze den Urheber- und Urheberinnen zusteht, und eben nicht den Verlegern, die schließlich nur eine Administrationstätigkeit betreiben – und keine Leistungsschutzrechte besitzen!
Das Urteil beruht im Kern auf dem vorhergegangenen Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem April zur Verwertungsgesellschaft VG-Wort, in dem beschlossen wurde, dass künftig auch den Buchverlegern kein Cent mehr aus den VG-Wort-Töpfen zusteht.

Natürlich herrscht nun eine extrem große Rat- und Fassungslosigkeit bei allen Verlegern in Deutschland.
Mensch, da fällt mir ein: Ich bin ja selber einer!
Ich muss aber gestehen: Besonders fruchtbar war die Zusammenarbeit meines Musikverlags mit dem großen Partner über all die Jahre nicht. Man war sich fast immer handelsuneinig und am Ende waren es gerade mal eine Handvoll Alben, die in dieses Co-Verlagsverhältnis eingebracht wurden.
Aber es interessiert mich natürlich trotzdem, wie es weiter geht. Denn eigentlich hatte ich mir schon ausgemalt, diesen Geschäftszweig langfristig auch noch auszubauen.
Außerdem gibt es gibt Kollegen und Kolleginnen in der Musikbranche, die arbeiten ausschließlich bei Musikverlagen und leben davon: Sorge!

Klar, irgendwie kam einem die Verteilung von 60/40 immer schon sehr gaunermäßig vor, und die Vormachtstellung der großen Verlage als Lobbyisten um den Rat der Weisen bei der GEMA schon immer auch mehr als dubios, aber alles schien wasserdicht, rechtens, mindestens tradiert, von teuren Anwälten für immer und ewig in Granit gemeißelt. Nicht mal das Internet, also YouTube a.k.a. Google, konnte ihre Verwertungslogik stoppen!

Es wird bis heute in Deutschland wohl kaum einen Musiker geben, der mit seiner Arbeit, also dem Komponieren und Dichten von Songs, so viel Geld verdient hat, wie sein Verleger. Denn der vertritt viele Autoren und Autorinnen. Und das – bei den großen Verlagshäusern – seit Generationen.

Mauern

Ja, da wird der vernünftige Mensch schnell erwidern: Es gibt ja auch keinen Maurer, der mit einem Handwerk so viel verdient, wie der Architekt, und kein Ingenieur, der so viel Kohle macht wie sein CEO, und erst Recht kein Autor, der mit seinem Buch so viel Geld erwirtschaftet wie sein Verleger: That’s Capitalism!

Nun, da es in den meisten Musik-Verlagsverträgen eindeutige Absprachen über diesen 60/40-Split gibt, wird sich das Urteil höchstwahrscheinlich bald wieder relativieren lassen – notfalls mit einer Reform des Urhebergesetzes!
Jenes Gesetz, das seine Urheber- und Urheberinnen bis heute davor schützt, sich komplett ausnehmen zu lassen. Denn die Urheberschaft gilt in Deutschland als unverkäuflich! Ich kann also jedem meine Songs verkaufen, aber die Urheberrechte an den Songs nicht.

Danke deutsches Urhebergesetz, Du Schutzheiliger alle klammen Künstler- und Künstlerinnen!

Die montierte Gesellschaft

Nun, ich möchte an dieser Stelle geschickt die Aufmerksamkeit auf den Berliner Künstler Mittekill richten, der es mit seinem Werk tatsächlich geschafft hat, im Rahmen des besagten Co-Verlagsverhältnisses einen Vertrag zu bekommen.
Wir veröffentlichten auf staatsakt im Jahr 2012 das Mittekill-Album ▶︎All but bored, weak and old und der Künstler konnte das Geld von meinem Verlagspartner seiner Zeit gut gebrauchen.

Heute erscheint das Album Die montierte Gesellschaft auf dem neu gegründeten Musiklabel Weltgast.
Friedrich Greiling, der Kopf hinter diesem Anything-Goes-Electropop-Projekt, lässt uns auf dieser Platte in seine jüngsten Theaterarbeiten von Berlin bis in den Balkan reinhören. Künstlerische Zusammenarbeit mit Flüchtlingen auf den Brettern, die uns die Welt bedeuteten. Gelungen ist ihm ein Album zwischen urbaner Clubkultur und folkloristischer Taverne, in denen die Angstbesetzen Flüchtlings-Themen mit Hammer und Schnaps zu leichten Liedern montiert werden, ohne dabei seine Intention - trotz des Warencharakters - auf dem Weg zum Produkt hin vollständig verloren zu haben.

Die montierte Gesellschaft ist am Ende nicht mehr oder weniger als zivilcouragierter Nischen-Pop, der sich den Zugang in die Gesellschaft der Gesellschaft eben hart wird erarbeiten müssen; so wie jedes andere Nischenprodukt ohne Elefantenmarketing auch.
Das Geld aus dem Vorschuss von einst ist natürlich längst verprasst.
Und von oben nach unten sickert auch in der schrumpfenden Wachstumsgesellschaft Deutschland immer weniger nach unten hin durch. Trotz des Comeback des Filterkaffees!
Das gilt auf der Vertikalen und auf der Horizontalen. Und nicht erst seit heute auch für Musikverleger- und Verlegerinnen.
Wir sehen uns heute Abend bei Mittekill am Tresen der Berghain-Kantine in Berlin.
2 doppelte Wodka bitte - für mich und mein Urheberrecht!

Euer: Verlegerschwein.

PS: Kommen very soon on staatsakt records:
- Die erste Single von Der Ringer aus ihrem Cyberblues-Album Soft Kill
- Cure-Not-curende Flammen von Klez.E
- Santo Klaus, der Staatsakt-Weihnachtssampler gegen Nazis und schließlich
- Home To You von MESMO feat. Zwanie Jonson

PPS: Urheberrecht hin, Urheberrecht her, aber Spanky gehört mir:

© Copyright 2006 - 2016 staatsakt.

Schatz, wir erben einen Song!

staatsakt. 11/2016

Manchmal frage ich mich, was ich wohl tun würde, wenn überhaupt kein Druck mehr da wäre.
Also der finanzielle Druck schon mal gar nicht, nicht weil ich Rich-Kid wäre, sondern weil es einfach keinen finanziellen Druck mehr für uns Menschen gibt.
Abgeschafft. Hat es nicht gebracht. Nur Ärger!

Auch Popsongs schreibt in meiner kleinen Fantasie keiner mehr weil er muss, etwa weil er seine Familie mit ernährt, oder wegen den Stock, Aitken und Waterman des Kapitalismus (Miete, Strom und Gas) sondern höchstens, wenn einem mal wieder danach ist.
Von der Muse geküsst. Die Muse grüßend und so fort.
Ja, keine Profilsucht mehr, kein innerer Narzisst, dem ich beweisen muss wie unendlich klug, schön und einzigartig er ist.

Produktwerdung

Die jungen Hüpfer von Isolation Berlin und Der Ringer verfolgen auf ihrer heute erscheinenden, gemeinsamen ▶︎Single-EP lieber das gute alte Prinzip der Überaffirmation.
So wird im Beautyblues von Ich bin so unendlich schön Sänger und Darsteller zum Produkt - und das selbstverständlich aus der Not der Produktwerdung heraus.
Was habe ich schon zu geben außer meinem Körper?!
Und nur durch Unnahbarkeit und Unerreichbarkeit, gewürzt mit einer gehörigen Portion Melancholie und Masochismus wächst die Begierde des Publikums auf einem stetig wachsenden Markt, der an sich selbst und seiner ewigen Wachstumsgeilheit trumpt.

Als Label tun wir natürlich trotzdem alles, um die Einzigartigkeit auch dieses Produkts herauszuschälen:
Ladies und Gentlemen! Hier kommt also der einzig wahre, gut gelogene, genuine Moment in Time und Space.
Und dabei so unendlich schön!

CUT

Es soll schon Leute geben, die gehen gar nicht mehr ohne Extra-Akku aus dem Haus, weil sie einfach immer und überall auf die nackten Körperfahrten im Video schauen müssen...
Und wo wir schon beim Haus sind, müssen wir dringend zurück in die Wohnung.
Wir feiern heute nämlich das Comeback von Christiane Rösinger!
Jawoll!
Am 24.02.2017 erscheint ihr neues Album Lieder ohne Leiden.

Im ersten Vorboten gibt es mindestens so viele Menschen zu begaffen, wie im Clip von Der Ringer und Isolation Berlin, aber hier flitzen Interessenten an der eigenen Wohnung durch die eigene Wohnung. Denn sie steht zum Verkauf! Und das nicht, weil ihre Mieterin da nicht mehr wohnen möchte, sondern weil der Eigentümer das für richtig hält.
Sanieren und teuer verkaufen!
So weit die altbekannte Geschichte der Gentrifizierung.

Aber Christiane Rösinger fügt der bekannten Erzählung ein neues Kapitel hinzu:
Was ist nämlich, wenn die Käufer der Wohnung, aus der man raus muss, plötzlich nicht mehr irgendwelche fremden Kapitalisten sind, sondern alte Freunde?!
Und die interessieren sich für das Objekt nicht, weil sie auf der Karriereleiter ein paar Stufen höher geklettert sind, sondern nur weil sie ihr Familienerbe antreten.

Ja, da sitzt man Jahr für Jahr gemeinsam am Tresen und lamentiert über den Wettlauf der Zeit, und plötzlich teilt mal wieder der Tod alte Weggefährten in arm und reich.

Wie die Geschichte weiter geht bleib natürlich abzuwarten. Der Mensch neigt ja bekanntlich dazu, sich an alle möglichen Zustände zu gewöhnen.
Es ist jedenfalls die historisch erste große Erbengeneration in der sogenannten bürgerlichen Gesellschaft in Deutschland, die es in solch einer Breite zu beerben gilt.

Film ab!

Geh aus!

Abschließend noch ein kleiner Ausgehtipp für alle Westfalen und Ruhrpottler:
Heute Abend im Druckluft in Oberhausen:
Jacques Palminger und sein 440Hz Trio!
Wärmstens zu empfehlen!
Nimmt den Druck aus wirklich allem raus.
Tierisch.

Eure:
Newsletterkatze.

© Copyright 2006 - 2016 staatsakt.

Pimp your life: Pump up den Pudel!

staatsakt. 11/2016

Wahrscheinlich eines unserer meist gesprochenen Wörter im Jahr 2016: Pudel.
Nach dem nicht enden wollenden Streit zwischen Unten- und Oben, plötzlich Brandstiftung.
Ja, dort wo einst unser Lieblingsdancefloor nur noch ein einziges Drama!
Doch dann eine überraschende Wendung: Die Rettung durch eine Stiftung und der ganze Rest zwischen Groteske und Gossip schien erstmal gelöst.

Aber hey! Fehlanzeige. Der Hunde-Drops ist noch lange nicht gelutscht. Der Knochen noch nicht sicher verbuddelt.
Es geht tatsächlich gerade erst richtig los.
Denn das Geld, welches die Stiftung dem Pudel gegeben hat, um dem bösen Wolf die obere Brötchenhälfte zu schmieren, war leider nur geliehen.
Das heißt: Der Pudel muss diesem Stiftungsverein das Geld am Ende zurück zahlen.
Und: Er muss die Hütte wieder vollständig aufbauen.

Jeder, der schon mal nur darüber nachgedacht hat, ein Haus zu bauen, wird sich denken:
Da kommt sicher ein hübsches Sümmchen zusammen.
Na, und wer wenn nicht wir im Hause Staatsakt kennen uns mit hübschen Sümmchen aus:

Also bitte hier:
http://www.pudel.com
Geld spenden und den Pudel wieder fett machen.
Ist ja nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kinder.

Pudel Produkte

Es freut uns in diesen von Krise gebeutelten Hundejahren aber um so mehr, dass heute die 28. Ausgabe der legendären „Pudel Produkte“ Reihe erscheint. Kompiliert von Pudel-Resident und Schallplatten-Lieblingsdealer und Spezial-Auskenner Booty Carrell.

Die 28. Ausgabe widmet sich ausgiebig der Musik unserer türkischen Gastarbeiter, zum größten Teil aus den Kassetten-Archiven des Kölner Labels Türküola. Hier zum ersten Mal auf Vinyl.
Auf 1001 Exemplare limitiert.

Hören Sie hier:

Und kaufen sie am besten ▶︎ dort.

Gibt Pfötchen:
Der Staatsakt.

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