Diamantenstadl

staatsakt. 05/2017

Man kommt einfach zu nix mehr. Wo man früher noch stundenlang in der Raucherecke rumlungerte („Berlin, die größte Raucherecke Deutschlands“ Carsten Meyer), um am Abend endlich in die illegale Bar einzukehren, wird heute den ganzen Tag über im Büro gerechnet, geplant, gemacht und getan. Umstände, die einem nicht immer leicht fallen.
Wir sind hier schließlich einmal angetreten, um bloß nicht zu arbeiten... schon gar nicht im Büro.

Obendrein: Der freiwillige, unbezahlte soziale Dienst bei Facebook, Twitter, YouTube, Snapchat und co. hält einen dabei dermaßen auf Egotrip-Trap, dass man eh schon lange nicht mehr weiß, wer hier eigentlich noch wem folgt.
Und warum?!
Habe ich das gerade gepostet?

Da hilft die Kraft der Erinnerung! Und die Magie der Musik. Und die smiling Faces, wenn sie guten Sound hören. Und mit der Kraft der Musik durch den Alltag tänzeln... Müsste bei uns doch eigentlich auch funktionieren. Moment mal!!

Hier im Schnelldurchgang die Veröffentlichungen der letzten Wochen, seit wir uns zuletzt wegen Blöde von Stephan Sulke selbst zu Worte meldeten.

Nichtsdestotrotzdem

Fangen wir an mit Albrecht Schrader, dem Haus- und Hofpianisten von Jan Böhmermann, dem musikalischen Co-Leiter des Rundfunk-Tanzorchesters Ehrenfeld. Sein Debüt-Album Nichtsdestotrotzdem ist am vergangenen Freitag erschienen und schließt die musikalische Lücke zwischen PeterLicht und Songs For Joy. Also falls jemals jemand den Drang verspürt haben sollte, diese Lücke zu schließen: Es ist bereits vollbracht!
Das Intro-Magazin sieht Schrader zwischen Rocko Schamoni und Die Türen verortet. Wie dem auch sei, er scheint irgendeine Lücke gefunden zu haben!
Nichtsdestotrotzdem eine sehr intensive, kluge, beseelte Platte, die dem Großstadtneurotiker das Landlust-Abo erspart.

Im Videoclip von Dietrich Brüggemann schlüpft Albrecht Schrader für uns in die Rolle seines Lebens:

Von der Zionskirche in Berlin-Mitte zieht es uns in den Rügener Wald.

Treibjagd

Jadu Laciny und ihrer Ladygang ist dermaßen langweilig in der norddeutschen Provinz, dass sie sich ein perfides Spiel ausgedacht haben:
Sie fahren in regelmäßigen Abständen nach Berlin, kidnappen dort männliche Hipster und setzten sie 24h später im Wald von Rügen aus.
Gemeinsam gehen sie dann auf Treibjagd um den als Beute ausgesetzten Mann gemeinsam zu vernaschen...
Dass ihnen die Polizei noch nicht auf die Schliche gekommen ist, wo sie ihrer Obsession dermaßen öffentlich nachgehen, ist uns offengestanden ein Rätsel:

Manche Dinge bleiben für immer XY-ungelöst.

Alleskönner

Wenn dieser junge Mann so weiter macht, dann landet er auch in dieser Waldhütte.
Die Rede ist von Levin Goes Lightly, wobei der gar nicht in Berlin, sondern (noch) in Stuttgart wohnt.

Levin Goes Lightly verkörpert das, was die Musikindustrie einen Newcomer nennt.
Er is jung, dynamisch, kreativ, hat das ganze Leben noch vor sich und weiß Kenner und Meinungsmacher durch erste Zeugnisse seiner Kreativität zu überzeugen.
Die alten Säcke hören in seiner Musik ihre ganze Plattensammlung, das junge Publikum ist einfach nur geflasht.
Wenn die Werbeindustrie oder Jadu und ihre Ladysgang diesen Tausendsassa (kann alles!) nicht stoppen, prognostizieren wir ihm eine goldenen Zukunft im Internet der Dinge:

So, das waren dann jetzt auch schon über 10 Minuten Content. Also wenn Ihr Euch tatsächlich alle Videos bis zum Ende angesehen habt. Allen Statistiken zur Folge habt Ihr das sicher nicht. Egal, nehmt Euch einfach was Ihr braucht!

Wir arbeiten derweil an der Debüt-Single von Das Paradies, dem neuen Andreas Dorau-Album, Stephan Sulke und der neuen Zwanie Jonson.

Auf Sendung

Und ach, in erweiterter eigener Sache: RadioEins in Berlin hat sich ein neues Sendeformat ausgedacht: Die Sendung.
Musiker machen Radio.
Läuft immer Dienstags um 21:00Uhr. 2 Stunden.
Jeden dritten Dienstag, also kommenden Dienstag zum ersten Mal, wird die Sendung von Maurice Summen übernommen, jeden vierten Dienstag von Francoise Cactus.
Der Vollständigkeit halber: Der erste Dienstag wird dann von Bela B. und jeder zweite von Flake moderiert.

Kann man auch hier im Internet empfangen, wenn man mal gerade nicht mehr weiß, wo man denn hinscrollen soll...

Euer:
Mäuschen.

PS: Die pushige Headline „Diamantenstadtl“ konnte leider nicht mehr mehr sinnstiftend im Text eingewoben werden. Wir bitten das zu entschuldigen...

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Blöde!

staatsakt. 04/2017

Es gesehen immer noch Zeichen und Wunder. Nee, sie geschehen. Und erst dann werden sie gesehen. Das sind biblische Worte, liebe Autokorrektur. Noch lange vor Deiner Zeit. Wunderwaffe Zufall schlägt mal wieder zu wie der Blitz vor die Füße eines tumben Erdenbewohners. Ja, dort wo gestern noch trockene Dürre ist heute urplötzlich fruchtbares Land. Immer ein guter Grund den Göttern zu danken, wenn mal wieder was an den Bäumen wächst.
Auch hier im Hause staatsakt hat sich über den Winter ein fruchtbarer Zufall eingeschlichen. Nein, wir sind nicht schwanger. Aber fast. Es ist nur so: Der von uns verehrte Musiker Stephan Sulke fragte uns, ob wir nicht Lust hätten sein neues Album herauszubringen.
Da sind wir natürlich gleich alle ausgeflippt vor lauter Freude.
Denn ich - also die Person, die hier diesen Newsletter immer schreiben muss - habe dank meiner Eltern schon immer viel Sulke gehört.
Er war tatsächlich der einzige deutschsprachige Künstler, den meine Eltern zwischen sagen wir Motown, Roxy Music, den Alessi Brothers und ACE gerne auflegten.
"Na, Lotte, wo gehen wa nu hin...?"
"Ich hab dich bloß geliebt..."
Memories are made of hits

"Ein typisches Sulke-Album mit herzzerreißenden Balladen, bitterbösen Songs und den vielen Akkordstufen dazwischen", verspricht die A&R-Abteilung über das am 16.06.2017 erscheinende neue Sulke-Album Liebe ist nichts für Anfänger.
"Nur echt mit Jaco-Pastorius-Gedächtnis Bass und Sulkes unvergesslichem Timbre mit den extra stark betonten Konsonanten..."

Blöde heißt jedenfalls die erste Single, in der Stephan Sulke in ausgestellt guter Laune zu extra-schmissigen Beats mit Unterstützung von einem durch Autotune bauchgeredeten Handpuppenfrosch sein individuelles Wohlfühl-Konzept verrät:
Mach Dich einfach dümmer als Du bist - dann kommst prima durchs Leben!

Wer später das ganze Album hören wird, wird feststellen, dass auch Sulke das nicht immer so einfach gelingt. "Wenn Stephan Sulke nicht ironisch ist, dann ist er gerne ehrlich", schrieb neulich noch die SZ ganz treffend.

Hallo? Echo??

Aber wo wir gerade so schön beim Thema Blödheit im deutschsprachigen Unterhaltungsgeschäft waren:
Hier mal ein wenig Lob an die Damen und Herren im Hause Bild- und Tonfabrik für die schöne von Linus Volkmann recherchierte "Eier-Aus-Stahl"-Folge mit Max Giesinger, der Industriemusik und der Jan Pandzko-Schlusspointe! Dass dann auch noch Carsten Erobique Meyer am Abend mit der Ehrenfeld-Tanzkapelle im Neo Magazin aufspielt: Selten so gerne GEZ-Gebühren gezahlt!

Wir gehen jetzt gleich trotzdem zur Echo-Aufzeichnung und sagen den Kollegen und Kolleginnen beim Privatfernsehen von VOX hallo! Ja, wie 'blöde' kann man sein. We find out....

Eure: Blödiane

PS: Das Available nun available haben inzwischen alle mitbekommen, oder?

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Alles raus was keine Miete zahlt!

staatsakt. 03/2017

Irgendwann vor 10 Jahren…
Ein Telefonat mit dem Filmemacher Wenzel Storch. Ob wir nicht Lust dazu hätten den Soundtrack seiner großartigen Filme wie Reise ins Glück zu veröffentlichen.
Na klar, aber wie kommt man da nur ran?
"Gar nicht so leicht, die Schütte-Brüder sitzen auf den Tapes."
Die Schütte-Brüder?!
"Ja, die gefürchteten Schütte-Brüder."

Nach langer Pause dann endlich E-Mail-Verkehr mit den Schütte-Brüdern.
Wir setzen uns da nochmal ran. Neu mischen die alten Bänder.
Da geht noch was.
Ja, super. Wenn noch was geht dann ist doch gut…

Noch ein paar Mal die Schütte-Brüder angemailt.
Und Wenzel Storch.
Aber dann kam irgendwie nix mehr.
Interesse verloren.
Vergessen.
Szenenwechsel.

RAUS

Wir schreiben das Jahr 2016:
"Hallo, Tilman Rossmy hier, hab Deine E-Mail von Frank Spilker.
Hast Du Lust die neue Regierung auf staatsakt zu machen?!"

DIE REGIERUNG auf Staatsakt?!
Was für eine Frage.

Dann einmal in Berlin mit Produzent Norman Nietzsche getroffen.
Handschlag, fertig!

Zu dem Zeitpunkt kursierten nur ein paar Demoaufnahmen.
Es war nur zur erahnen, dass es eine spitzen Platte wird.
Wurde sie dann auch:
RAUS kommt heute RAUS und geht glatt wie 'ne 1 als spitzen Comeback durch.

Nix

Vor wenigen Wochen dann beim Abendessen mit Die Regierung.
Tilman Rossmy erzählt:
"Ich finde es schade, dass manche Leute Ihr Talent vergeuden. Ich bin nur ein mittelmäßiger Musiker, aber ich habe es trotzdem weiter gebracht als viele andere. Meine Cousins zum Beispiel.
Super talentierte Typen. Aber haben nix aus ihrem Talent gemacht."

Dein Cousins?!

"Ja, die haben schon in den 80ern super Zeugs gemacht, eigenes Label, Fanzines, selber produziert, spitzen Musiker, aber wurde nichts..."

Kennt man die?

"Nee, wahrscheinlich nicht, die haben auch mal Soundtracks gemacht. Für diesen einen komischen deutschen Filmemacher… Hier… Genau… Wenzel Storch!"

Aber nicht die befürchten Schütte-Brüder?!

"Doch, genau die… Du kennst die doch nicht etwa?"

RAUS von DIE REGIERUNG steht ab heute für Euch abholbereit in den ▶︎Plattenläden, Internet-Cafes und Kaufhäusern:

(Die super Lead-Gitarre von Old Man Happy, übrigens!)

Euer:
Staatsakt.

PS: Wer Lust hat im neuen Albrecht Schrader Video auf der Kirchenbank zu sitzen ist herzlich eingeladen. Treffpunkt: Morgen, 25.03., 10:45 Zionskirche, Berlin.

PPS: Neues Chuckamuck-Video schon gesehen!? Na, dett is Balin!

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